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21.05.2014

06:54 Uhr

Nach Datenkauf-Affäre

Bafin kritisiert Datenschutzmängel bei Debeka

Der Vorwurf des illegalen Datenhandels brachte die Debeka Ende 2013 in die Schlagzeilen. Nach ihrer Prüfung bemängelt die Finanzaufsicht Bafin den Umgang mit Daten potenzieller Neukunden. Die Debeka gelobt Besserung.

Die Hauptverwaltung des Versicherungsunternehmens Debeka in Koblenz: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Versicherung. dpa

Die Hauptverwaltung des Versicherungsunternehmens Debeka in Koblenz: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Versicherung.

KoblenzDie Finanzaufsicht Bafin hat nach Angaben der Debeka-Versicherung Mängel in deren Umgang mit Daten potenzieller Neukunden kritisiert. Die Debeka werde der Forderung zügig nachkommen, die Fehler zu beseitigen, teilte die Versicherung am Dienstag in Koblenz mit. Sanktionen seien jedoch nicht verhängt worden.

Hintergrund der Überprüfung waren Vorwürfe des illegalen Datenhandels. Das ebenfalls in den Fokus geratene System sogenannter Tippgeber, die gegen Provision Kontakte zwischen der Versicherung und Interessenten herstellen, sei nicht infrage gestellt worden. Die strafrechtliche Seite der Vorwürfe werde nach wie vor geprüft, sagte ein Debeka-Sprecher.

Die Bafin kritisiert laut Debeka besonders, dass die Herkunft personenbezogener Daten nicht immer nachvollzogen und deren Rechtmäßigkeit nicht ausnahmslos aufgezeigt werden könne. Verdachtsfälle von Verstößen im Umgang mit solchen Daten seien nicht gründlich aufgearbeitet worden, Mitarbeiter nicht genug für Datenschutz sensibilisiert und deren Vertriebstätigkeit nicht ausreichend kontrolliert worden.

Ende 2013 war der Vorwurf aufgekommen, einzelne Debeka-Beschäftigte sollen Beamte bestochen haben, um an Daten angehender Beamter zu kommen. Neben der Bafin beschäftigten sich auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft und der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte mit dem Fall. Die Debeka hatte als Konsequenz zuletzt unter anderem Qualitätsmanager in 26 Geschäftsstellen eingesetzt. Seit April werde zudem die Herkunft der Daten potenzieller Mitglieder lückenlos dokumentiert und es gebe Pflichtschulungen für Vertriebsmitarbeiter zum Datenschutz.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

21.05.2014, 13:15 Uhr

Wie lange hat die Bafin bis zu dieser Erkenntnis gebraucht?

Account gelöscht!

21.05.2014, 13:36 Uhr

"Das ebenfalls in den Fokus geratene System sogenannter Tippgeber, die gegen Provision Kontakte zwischen der Versicherung und Interessenten herstellen, sei nicht infrage gestellt worden. "

Damit fallen doch die zahlreichen Artikel des Handelsblatt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Was wurde aus dem System der geheimen Tippgeber die alles unterwandern oder aus den Millionen an Vergütungen mit denen diese bestochen wurden?

Die Aufsicht BaFin hat daran scheinbar nichts auszusetzen!

Account gelöscht!

21.05.2014, 13:37 Uhr

ich vermute die werden Zeitnah ab November ermittelt haben, also rund ein halbes Jahr. Fakt ist, es gibt keiner Sanktionen und das Tippgebersystem ist rechtens!

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