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21.01.2014

18:25 Uhr

Nach Datenkauf-Affäre

Debeka kontrolliert Mitarbeiter strenger

Deutschlands größte private Krankenversicherung will künftig ihre Mitarbeiter besser beobachten. Damit zieht sie Konsequenzen aus der Affäre um den Datenankauf angehender Beamter durch ihre Vertriebsmitarbeiter.

Das Gebäude der Hauptverwaltung des Versicherungsunternehmens Debeka in Koblenz. In den 80er und 90er Jahren hatten Debeka-Mitarbeiter massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft. dpa

Das Gebäude der Hauptverwaltung des Versicherungsunternehmens Debeka in Koblenz. In den 80er und 90er Jahren hatten Debeka-Mitarbeiter massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft.

FrankfurtDer Krankenversicherer Debeka zieht Konsequenzen aus der Affäre um den Ankauf von Daten angehender Beamter durch ihre Vertriebsmitarbeiter. Deutschlands größte private Krankenversicherung will ihrer Belegschaft künftig genauer auf die Finger schauen, wie sie am Dienstag ankündigte. „Auch die Geschäftsprozesse im Rahmen der Kundengewinnung werden überarbeitet“, teilte das Koblenzer Unternehmen mit. Schon die Kontaktaufnahme zu möglichen Kunden soll künftig schriftlich erfasst werden. Damit sollen die 9.000 Außendienstmitarbeiter nachweisen, dass sie alle Datenschutzbestimmungen eingehalten haben.

Debeka-Mitarbeiter hatten nach Unternehmensangaben in den 1980er und 90er Jahren massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft. Sie hatten es dabei vor allem auf Beamtenanwärter abgesehen, die wichtigsten Kunden der Krankenkasse. Die Debeka bestreitet aber, dass das Unternehmen davon gewusst habe. Versicherungsvertreter hätten die Daten auf eigene Rechnung erworben und untereinander verteilt, hatte Vorstandschef Uwe Laue im November eingeräumt. Auch jetzt spricht die Debeka von „Vorwürfen gegen einzelne Mitarbeiter“, die die Regeln zum Datenschutz verletzt hätten.

In der Konzernrevision der Debeka soll künftig eine eigene Einheit strafbare Handlungen verhindern oder aufdecken. Die Abteilung für Datenschutz und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wird aufgestockt, statt regionaler Revisoren soll es 26 bundesweite „Beauftragte für Qualitätsmanagement und Datenschutz“ geben“.

Die zehn größten Krankenkassen 2014

Platz 10

In Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Insgesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Versicherte - damit schafft sie es im Jahresranking 2013 gerade noch unter die Top Ten der deutschen Krankenkassen.

Quelle: dfg, Stand 3.2.2014

Platz 9

Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an neunter Stelle.

Platz 8

Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den achten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.

Platz 7

Die AOK Rheinland/Hamburg hat knapp 2,9 Millionen Versicherte. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.

Platz 6

Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist im August 2011 aus der eher ostdeutschen IKK Classic und der eher westdeutschen Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie recht stabil knapp 3,5 Millionen Versicherte.

Platz 5

An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Seit Jahren sind rund 3,9 Millionen Menschen bei ihr versichert.

Platz 4

In der Rangfolge liegt die AOK Bayern stabil mit 4,3 Millionen Versicherten. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.  

Platz 3

Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist mit 6,255 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774. Allerdings verliert auch die neue Kasse Kunden. Gestartet war sie mit 6,6 Millionen Versicherten.

Platz 2

Die Barmer GEK ist seit 2014 nur noch die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 1.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,64 Millionen Deutsche sind Anfang 2014 bei ihr versichert. In einem zweiten Ranking liegt die Kasse dagegen noch auf Platz 1: Anfang 2014 hat die Barmer GEK noch rund 400.000 zahlende Mitglieder mehr als die TK.

Platz 1

Die größte Krankenkasse Deutschlands ist nach den neuesten Zahlen seit Anfang 2014 die Techniker Krankenkasse (TK). Sie gewinnt sehr stark Kunden hinzu. Anfang 2013 hatte sie 8,26 Millionen Versicherte. Mitte 2013 waren es 8,49 Millionen und zu Beginn 2014 sind 8,68 Millionen Versicherten. Damit liegt sie vor der viele Jahre führenden Barmer GEK.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ermittelt intern weiter bei der Debeka. Auch die Finanzaufsicht BaFin und der Datenschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Staatsanwaltschaft Koblenz untersuchen mögliche Konsequenzen.

Von den 2,2 Millionen Debeka-Krankenversicherten sind 1,87 Millionen Beamte und deren Angehörige. Das Unternehmen kommt damit auf einen Marktanteil von 25 Prozent in der privaten Krankenversicherung.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Luey

21.01.2014, 20:17 Uhr

DIE Debeka hat schon immer sauber gearbeitet. Einzelne Mitarbeiter haben vielleicht Verfehlungen begangen. Aber mal ehrlich, wenn einige wenige Mitarbeiter des Handelsblatts betrunken Auto fahren, ist dann das Handelsblatt ein Hort von Alkoholikern?

Account gelöscht!

22.01.2014, 09:37 Uhr

Dem kann ich mich nur anschließen. Ein Unternehmen mit 17.000 Mitarbeitern hat auch schwarze Schafe und ist eben auch ein Querschnitt der Gesellschaft wie jedes andere Unternehmen auch!

Verwunderlich ist, das es nach wie vor scheinbar keinen neuen Fall gibt der in den Medien bekannt wurde. Angesichts des Hype der um die Geschichte gemacht wird ist das doch mehr als verwunderlich bzw. ein deutliches Zeichen.

Generell ist ja auch die Frage welcher Schaden den Anwärter entstanden ist, falls seine Daten auf unlauteren Wege weitergeleitet wurden. Ich Arbeite schon länger in der Branche als Makler und muss sagen, wenn ein Anwärter zur Debeka geht isst allemal besser als wenn er zu Papis Pfefferminziavertreter läuft und dort eine im Vergleich zur Debeka überteuerte und leistungsschwächere PKV ausgeschwatzt bekommt - was im Beamtenbereich auf viele Anbieter zutrifft..

Minnesaenger

23.01.2014, 13:34 Uhr

Zufälig, kam ich in den Genuss wie eine mittlererweile ausgeschiedene (Kampfhunde)liebhaberin und Vermittlerin der DEBEKA gearbeitet (aufgeschwatzt hat...) furchrerregend... Das Schlimme, die Kunden sind ihr aufgesessen und haben heute enorme Probleme... die DEBEKA weigert sich zum Schadenersatz. Und nun? wird Sie den Kunden den Verlust der Alterungsrückstellungen ersetzen? Wohl eher nicht!

PS: Herr "Thorwald Moeller" schwacher Beitrag, subjektiv eingefärbt und himmelhochschreiend falsch! So nicht!

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