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02.12.2011

19:17 Uhr

Nach Richtungsstreit

Vertriebsprofi der Allianz schmeißt hin

VonMichael Detering

Umstrukturierungen, Preiserhöhungen, Kostensenkungsprogramme: Viele Vertriebler der Allianz sind verärgert. Nun scheidet ein Vertriebs-Vorstand im Dissens über die Geschäftsführung aus. Die Gründe bleiben unklar.

Fahnen der Allianz im Wind: Im Vertrieb rumort es. dapd

Fahnen der Allianz im Wind: Im Vertrieb rumort es.

Der Vertrieb der Allianz kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wirft ein Vorstand der Vertriebstochter das Handtuch: Thomas Fischer, seit 2006 Mitglied im Vorstand der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV), wird das Unternehmen zum Jahresende "im gegenseitigem Einvernehmen" verlassen, teilte die Allianz Deutschland AG in einer Pressemitteilung mit.

Als Grund nannte die Allianz "unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung". Über die genauen Hintergründe schweigt sich der Konzern aus. In Finanzkreisen heißt es, die Entscheidung sei schon vor längerer Zeit gefallen, noch bevor der Konzern Preissteigerungen in der Autoversicherung und das neue Sparprogramm verkündet hat.

An der Basis der Allianz brodelt es allerdings schon seit längerem. Das letzte Umbauprogramm aus dem Jahr 2006 sorgte lange Zeit für Ärger, und schon im vergangenen Jahr sollen hochrangige Vertriebler die Konzernspitze mit drastischen Worten vor den Folgen von Preiserhöhungen gewarnt haben. "Die Todesspirale dreht sich immer weiter", zitierte damals die "Financial Times Deutschland" einen Sprecher der Interessengemeinschaft der Vertretervereinigungen der Allianz.

Die jüngst angekündigte, starke Preiserhöhung in der Autoversicherung sorgte an der Basis für noch mehr Unmut gegenüber der Unternehmensführung. Auf der Herbstversammlung der bayerischen ABV soll die Rede eines Vorstandes der Allianz Deutschland AG sogar mit Pfiffen und Buhrufen quittiert worden sein, berichten Teilnehmer der Veranstaltung. Die Autoversicherung gilt für viele Vertriebler als Türöffner zum Kunden, um weitere Produkte zu verkaufen. Gerade hier sind sie auf attraktive Angebote angewiesen.

In der Sachversicherung verliert die Allianz seit Jahren Marktanteile. Diese Woche verkündeten Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß und sein Vorstandskollege Severin Moser in einem Handelsblatt-Interview den Umbau ihrer Sachversicherungssparte. Die Kostenquoten sollen sinken, und in der Verwaltung sollen 400 von 2200 Stabsstellen wegfallen. Angesprochen auf die Klagen der Vertreter in der aktuellen Preisrunde sagte Moser: "Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Vertretern. Klar ist, dass jede Tarifanpassung zu Diskussionen führt."

Kommentare (6)

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MaaK

03.12.2011, 10:36 Uhr

Die Allianz wird ihr Geschäftsmodell anpassen müssen!

Online: Günstig (aber nur für bestimmte Kundengruppen) und ohne Beratung.

Vertreter: Dort, wo der Kunden den Vertreter auch bezahlt. Jeder Vertreter ist Unternehmer, also: Mehrwerte für den Kunden bieten!

Tranzparenz wird verlangt werden.

Account gelöscht!

03.12.2011, 11:01 Uhr

Wenn man die Werbung und die Glaspaläste der Allianz anschaut, die sie z.B für sich in FFM angeschafft haben oder die Allianzarena, weiß der Kunde wo Vieles seines Geldes hingelangt ist. Nicht umsonst gehört die Allianz zu den teuersten Versicherungen in DE. Und die Bratung durch den Agenten ist da per se auch nicht besser. Woher auch, er hat die gleiche Ausbildung wie ie Kollegen der anderen Versicherungen. Nur das bei der Allianz gerne früher ausgesiebt wird, schon nach 3-6 Monaten, wer noch nichts verkauft hat, fliegt. Zumindest war das bis vor ein paar Jahren so.

Wie sagte mal ein höherer Angstellter der Allianz zu mir:
"Kooperativer Führungsstil, das war früher mal, in den 80ern. Heute zählt DRUCK."

ise

03.12.2011, 16:24 Uhr

Ich habe meine seit 40 Jahren bestehende Versicherungen bei der Allianz jetzt gekündigt. Als Altkunde wird man da verarscht nach Strich und Faden.

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