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07.08.2011

10:50 Uhr

Nach Skandal

Deutsche misstrauen Ergo-Vertretern

VonJürgen Röder

ExklusivUm das Image von Versicherungsvertretern der Ergo steht es nicht besonders gut. Nach einer Umfrage misstraut ihnen jeder vierte Deutsche. Besonders groß ist die Sorge vor schlechter Beratung.

Jeder vierte Deutsche misstraut Ergo-Vertretern. Quelle: dpa

Jeder vierte Deutsche misstraut Ergo-Vertretern.

DüsseldorfDie Skandale um die Sex-Party und falsch berechnete Riester-Verträge haben das Image von Versicherungsvertretern der Ergo deutlich beschädigt. Knapp jeder vierte Deutsche will sich nur ungern von Außendienstmitarbeitern der Assekuranz beraten lassen. Grund dafür ist mangelndes Vertrauen: 60 Prozent der Ergo-Ablehner befürchten, dass die Versicherungsvertreter sie falsch beraten. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday, der internationalen Presseschau für die Finanzbranche, exklusiv vorliegt.

Auch der vom Unternehmen aufgestellte Regelkatalog wird aus Sicht der Versicherungskunden nur bedingt dazu beitragen, solche Skandale künftig zu verhindern. Lediglich 15 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass der Verhaltenskodex für selbstständige Vertreter und die Maßnahmen zur Verbesserung der Beratung tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen. Danach gefragt, ob es die Assekuranz überhaupt schaffen kann den Imageschaden zu reparieren, sehen viele Deutsche schwarz: Jeder zweite Befragte geht nicht davon aus, dass es der Versicherung gelingt, das verlorengegangene Kundenvertrauen wieder herzustellen

Kommentare (10)

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Ehemaliger_Versicherungsberater

07.08.2011, 13:30 Uhr

Ach, das Misstrauen vergeht auch irgendwann. Im Grunde genommen sind doch alle Versicherungen gleich. Bei der ERGO ist es halt publik geworden. Glaubt irgendeiner, dass es bei den Anderen besser aussieht? Versicherungen sind dazu da, den Kunden durch gezielte Verunsicherung Verträge aufzuschwatzen und dadurch abzukassieren. Was soll die Versicherung mit den ganzen Überschüssen denn sonst machen? Doch nicht als Überschussbeteiligung an die Kunden einer LV mit Kapitalbildung ausbezahlen. Das wäre ja noch schöner. Was verblasen wurde, ist nunmal kein Überschuss mehr. Der heuchlerischen Versicherungsbranche könnte viel weniger zum verprassen bleiben, wenn sich der Deutsche nicht immer soviel Angst einreden lassen und deshalb unzählige sinnlose Versicherungen kaufen würde.

PRhodan

07.08.2011, 13:58 Uhr

Pauschales Abqualifizieren der Branche ist nicht nur wenig hilfreich, sondern zeugt auch von fehlenden Marktkennt-nissen. Der gemeine deutsche Michel hat nun mal wenig Ahnung von Finanzthemen und tut auch nichts, um das zu ändern. Der Verbraucher hätte schon seit vielen Jahren bei Altersvorsorgeprodukten gegenüber dem Ausschließlichkeits-vertrieb des Ergo-Konzerns misstrauisch sein müssen, wenn man sich denn durch Fachzeitschriften (und nicht von dem mediengeilen Herrn Tennhagen)von den miserablen Leistungskennzahlen der beiden LV-Töchter informiert hätte.

Leid müssen aber einem auch die Ausschließlichkeitsstrukis
des Ergo-Konzerns tun. Die müssen ausschließlich die zumindest im Altersvorsorgebereich schwachen Produkte verkaufen, um ihre Miete usw. zahlen zu können. Die haben nichts Besseres im Angebot. Daher kann man jedem Verbraucher nur raten, sich bei einem seriösen Makler Rat zu holen. Der Makler ist verpflichtet, dem Kunden das für ihn beste Produkt anzubieten. Und es gibt leistungsstarke Anbieter von Altersvorsorgeprodukten. Diese Anbieter fallen weniger durch massive Medienwerbung auf, sondern durch dauerhaft gute Leistungskennzahlen und hohe Wertschätzung unter den Maklern.

paulpruefer@arcor.de

Oskar

07.08.2011, 18:56 Uhr

Die Vermittler der ERGO leben nur von der Provision, ob Miete, Auto oder sonstiger Unterhalt wie sollen die Verpflichtungen des Alltags bezahlt werden? Da muß um jeden Preis verkauft und nicht beraten werden.

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