Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2011

15:12 Uhr

Naturkatastrophen

Münchener Rück will Konditionen anpassen

Die Münchener Rück zieht Schlüsse aus dem Fall Japan: Die Lieferketten internationaler Konzerne seien viel anfälliger als früher - und das müsse sich auch bald in den Konditionen ihrer Policen niederschlagen.

Der weltgrößte Rückversicherers Münchener Rück will die Konditionen seiner Policen ändern. dpa

Der weltgrößte Rückversicherers Münchener Rück will die Konditionen seiner Policen ändern.

MonacoErdbeben und Tsunami in Japan haben es deutlich gemacht: Die Lieferketten der Industrie, unter anderem großer Autokonzerne, sind heute nach Naturkatastrophen anfälliger als früher. Daraus müsse die Versicherungsbranche Schlüsse ziehen und Konditionen in den Policen für Betriebsausfälle neu regeln, forderte die Münchener Rück als weltgrößter Rückversicherer am Sonntag beim jährlichen Branchentreffen in Monaco.

Industriefirmen seien stärker als früher spezialisiert, Bauteile würden oft nicht mehr vorsorglich gelagert und Arbeitsschritte international aufgeteilt. Das mache die Lieferketten komplexer und anfälliger. Und es erhöhe das Potenzial für sogenannte Rückwirkungsschäden, die Versicherer dann schultern müssten, warnte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek.

So könne es auch zu Betriebsausfällen kommen, wenn eine Fabrik gar nicht direkt von Erdbeben oder Überschwemmungen betroffen sei. Im Falle Japans steht die Höhe dieser Rückwirkungsschäden zwar noch nicht fest. Experten gehen aber davon aus, dass frühere Dimensionen weit übertroffen werden.

Generell sind Betriebsausfälle eine der großen Risiken für die weltweiten Versicherer. Beim Anschlag auf das New Yorker World Trade Center vor genau zehn Jahren waren beispielsweise gut 32 Milliarden Dollar versichert, ein Drittel davon ging auf Betriebsausfälle zurück. Je vernetzter und globaler die Wirtschaft werde, desto größer das Risiko, dass es nach Katastrophen auch in ganz anderen Teilen der Welt zu Schäden kommen könne.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×