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27.01.2011

14:01 Uhr

Naturkatastrophen

Swiss Re will Entwicklungsländern helfen

VonThomas Schmitt

Öffentlich-Private Partnerschaften können die finanziellen Lasten von Naturkatastrophen deutlich verringern. Swiss Re setzt dafür auf Partnerschaften mit Entwicklungsländern.

Von der Flutwelle zerstörte Ferienhäuser: Arme Länder verlieren rasch ihre Lebensgrundlage. Quelle: picture-alliance/ dpa/dpawebPicture-Alliance

Von der Flutwelle zerstörte Ferienhäuser: Arme Länder verlieren rasch ihre Lebensgrundlage.

FrankfurtÖffentlich-Private Partnerschaften können die finanziellen Lasten von Naturkatastrophen deutlich verringern. Zu diesem Ergebnis kommt der Rückversicherer Swiss Re in einer Studie über solche Gemeinschaftsprojekte von Regierungen und Versicherungswirtschaft in Entwicklungsländern, die stark unterversichert sind.

Ein Beispiel dafür sei die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF), die 16 karibische Staaten und Territorien gegen Erdbeben und Wirbelstürme versichere. CCRIF funktioniere wie eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Dabei würden die Vorteile eines Pools aller teilnehmenden Staaten mit den Möglichkeiten der Finanzmärkte kombiniert.

Das Gemeinschaftsunternehmen behalte einen Teil der von den Mitgliedstaaten versicherten Risiken ein und übertrage die verbleibenden Risiken auf den Rückversicherungsmarkt, also die Spezialisten für solche Großrisiken. Als federführender Rückversicherer unterstütze Swiss Re die CCRIF zusammen mit anderen Rückversicherern.

Die wirtschaftlichen Kosten von Naturkatastrophen sind nach Angaben des weltweit zweitgrößten Rückversicherers von durchschnittlich jährlich 25 Milliarden Dollar in den achtziger Jahren auf durchschnittlich 130 Milliarden Dollar im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends gestiegen. Es sei naheliegend, dass im Gefolge der Klimaerwärmung Katastrophenereignisse wie Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren noch häufiger auftreten werden, urteilt Swiss Re.

Schwellen- sowie Entwicklungsländer dürften davon besonders stark beeinträchtigt werden. Das zunehmende Ausmaß und die steigende Häufigkeit von Naturkatastrophen treibe die Kosten für Katastrophenhilfe in die Höhe, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, die davon am stärksten betroffen und darauf am schlechtesten vorbereitet seien.

Wie wichtig solche Gemeinschaftsprojekte zwischen Staaten und Versicherern sein können, verdeutlichen nach Ansicht von Swiss einige große Katastrophen in Entwicklungsländern, die generell unterversichert sind. Als etwa 2004 der Wirbelsturm Ivan die Insel Grenada verwüstete, belief sich der wirtschaftliche Verlust auf 889 Millionen Dollar, also überwältigende 203 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des karibischen Kleinstaates.

Ein Jahr später habe Grenada in der Folge seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen könnten und musste den Staatsbankrott anmelden. Auch beim Erdbeben von Haiti im vergangenen Jahr belief sich der wirtschaftliche Schaden auf 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 

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