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06.03.2012

14:53 Uhr

Neue Rabattrunde

AOK peilt Millionen-Einsparungen an

Die AOK hat 21 Wirkstoffe neu ausgeschrieben und erhofft sich von den Rabatten der Pharmaunternehmen Einsparungen in Millionenhöhe. Diese Arzneien hatten zuletzt ein Umsatzvolumen von 574 Millionen Euro.

Das Logo der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK). dpa

Das Logo der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK).

BerlinMit einer neuen Rabattrunde für Arzneimittel wollen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) weitere Millionenbeträge einsparen. Im Europäischen Amtsblatt veröffentlichte die AOK eine Ausschreibung für die nunmehr achte Tranche. Sie umfasst nach AOK-Angaben vom Dienstag 21 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Die Pharmaunternehmen können bis zum 24. April ihre Angebote einreichen. Starten sollen die neuen Verträge zum 1. Oktober.

„Die ausgeschriebenen 21 Wirkstoffe stehen für ein jährliches AOK-Umsatzvolumen von zuletzt 574 Millionen Euro“, sagte AOK-Verhandlungsführer Christopher Hermann. Die achte Vertragsrunde schließt den Angaben zufolge neben zwölf Wirkstoffen der Ende September auslaufenden fünften Tranche neun weitere Wirkstoffe ein, für die es bisher keine Ausschreibung gab.

Zu den für die AOK wirtschaftlich besonders wichtigen Wirkstoffen gehöre das Blutverdünnungsmittel Clopidogrel, betonte Hermann, der auch Chef der AOK Baden-Württemberg ist. Der Wirkstoff ist als Medikament Plavix von Sanofi bekannt und das zweitumsatzstärkste Medikament der Welt.

Auf der Vergabeliste stehe auch der Wirkstoff Olanzapin. Das Neuroleptikum hatten die AOK bereits im Herbst 2011 im Rahmen der siebten Tranche ausgeschrieben. Die Ausschreibung wurde jedoch aufgehoben, weil lediglich zwei von 19 Generika-Anbietern im direkten Sortimentswettbewerb mit dem Originalhersteller standen. Inzwischen habe sich aber gerade für das bei der Behandlung von Psychosen eingesetzte Olanzapin ein intensiver Wettbewerb entwickelt, der durch die Ausschreibung weiter befördert werde, erläuterte Hermann. Zudem zeichne sich ab, dass die Austauschbarkeit der betreffenden Arzneimittel künftig deutlich erweitert werde.

Durch die Rabattverträge rechnet die AOK für das Jahr 2012 insgesamt mit einer Entlastung bei den Arzneimittelausgaben von bis zu einer Milliarde Euro. Laut Gesetz können die gesetzlichen Krankenkassen mit Unternehmen für Arzneimittel Preisnachlässe vereinbaren. Die Apotheker dürfen Versicherten auf Rezept nur Medikamente der Firmen aushändigen, mit denen ihre Kasse Verträge abgeschlossen hat.

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen gelten als Vorreiter. Zum 1. April startet ihre siebte Tranche. Ob eine Firma für ihr Medikament einen Zuschlag der größten Krankenversicherungsgruppe erhält, ist für ihren Umsatz von entscheidender Bedeutung. ´

Von

rtr

Kommentare (1)

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patientin

06.03.2012, 16:01 Uhr

Das ist eine sehr gute Nachricht. Schön wäre es, wenn die Medikamente auch aus Deutschland kämen, damit das Geld auch der einheimischen Industrie und den Menschen, die dort beschäftigt sind, zugute kommt und nicht nur in Indien die Kassen klingeln lässt.

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