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12.06.2014

16:00 Uhr

Neue Schätzungen

Sturm kommt Versicherer weitaus teurer zu stehen

Das schwere Unwetter am Pfingstmontag in NRW hat für die Versicherungen ein teureres Nachspiel als gedacht. Die Westfälische Provinzial verfünffacht die geschätzte Schadenssumme.

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Wer zahlt bei Unwetterschäden?

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DüsseldorfDie Millionen-Schätzungen der Versicherer sind nicht zu halten: Das Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat weitaus höhere Schäden verursacht, als zunächst angenommen. Mindestens 100 Millionen Euro, so hatten die Sprecher mehrerer Konzerne am Mittwoch gegenüber der dpa geschätzt, werde sie das Tiefdruckgebiet „Ela“ kosten. Doch es geht offenbar weit darüber hinaus.

Am Donnerstag korrigierte auch die Westfälische Provinzial ihre Schätzung deutlich nach oben. Statt der am Dienstag erwarteten Schadenssumme von 15 Millionen Euro rechnet der Sparkassen-Versicherer jetzt mit 75 Millionen Euro. Die Kollegen von der Provinzial Rheinland hatten ihre Schätzung bereits auf 40 Millionen Euro hochgeschraubt.

Bis zum Donnerstag wurden bei der Westfälischen Provinzial in Münster rund 10.000 Schäden an Gebäude und Fahrzeugen gemeldet. Diese Zahl werde sich erfahrungsgemäß in den nächsten Tagen und Wochen noch einmal deutlich erhöhen, teilte der Versicherer mit. Die meisten Schäden hätten ein kleineres bis mittleres Volumen, Großschäden durch „Ela“ seien die Ausnahme.

Sturmtief „Ela“

Tote und Verletzte

Allein in Nordrhein-Westfalen starben durch das Unwetter sechs Menschen. Mehr als 67 Personen wurden verletzt, davon mindestens elf schwer.

Kosten

Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Versicherer richtet der Sturm allein in Nordrhein-Westfalen Schäden in Höhe von rund 600 Millionen Euro an.

Schadensmeldungen

Bereits am Tag nach dem Unwetter in NRW wurden über 14.000 Schäden gemeldet.

Feuerwehr-Einsätze

Feuerwehr und Polizei beziffern die Zahl der Einsätze in NRW auf 17.000. Landesweit waren 14.000 Helfer der Feuerwehr, Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz.

Verkehrschaos - Bahn - Bundesgebiet

Im gesamten Bundesgebiet sorgte „Ela“ für ein Verkehrschaos. Die Fernverkehrsstrecke Hamburg-Berlin musste tagelang gesperrt werden. Noch immer stecken 16 evakuierte Züge auf den Strecken fest.

Verkehrschaos - Bahn - NRW

Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen ist erheblich gestört. An den Bahnhöfen in Essen, Bochum, Duisburg und Dortmund fahren keine Zuge mehr.

Verkehrschaos - Straße

Motorsägen statt Verkehrslärm: Allein in der Landeshauptstadt Düsseldorf waren mehrere wichtige Verkehrsachsen blockiert. Die Störungen im Bahnverkehr sorgten für 350 Kilometer Stau auf den Autobahnen.

Bäume

Vielerorts bedeckten umgefallene Bäume Straßen und Wege. Schätzungen des NRW-Umweltministeriums zufolge entwurzelte das Unwetter mehr als 80.000 Bäume in dem Bundesland.

„Unwetterfrei“

In mehreren Ruhrgebietsstädten fiel als Folge der Unwetter die Schule aus. In Essen, Bochum, Castrop-Rauxel, Mülheim, Herne, Neuss, Recklinghausen und Gelsenkirchen blieben die Kinder zu Hause

Beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hieß es am Dienstag, konkrete Schadenzahlen lägen erst in einigen Wochen vor. Ähnlich hatte sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re geäußert. Eine Anpassung der Risikomodelle nach „Ela“ sei aber nicht erforderlich, erklärte Eberhard Faust, Klimaforscher bei Munich Re, am Dienstag. „Gewitter gehören zu den Naturgefahren wie sie hierzulande im Sommer immer wieder vorkommen können“, sagte Faust im Interview mit Handelsblatt Online.

Bei dem Unwetter mit heftigen Gewittern, Sturmböen und Starkregen in der Nacht zum Dienstag waren sechs Menschen umgekommen. Weitere 30 Personen wurden schwer und 37 leicht verletzt. Die Bundeswehr will unterdessen bei den Aufräumarbeiten in Düsseldorf mithelfen.

Von

td

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