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04.03.2011

13:20 Uhr

Neuseeland

Erdbeben schadet auch Hannover Rück

Das Erdbeben in Neuseeland bekommt auch die Hannover Rück zu spüren. Die Schadenbelastung liegt nach Schätzungen bei 150 Millionen Euro. Weil ein höherer Schaden erwartet worden war, gewinnt die Aktie des Versicherers.

Die Konzernzentrale der Hannover Rück. Quelle: dpa

Die Konzernzentrale der Hannover Rück.

München Das schwere Erdbeben in Neuseeland macht nach der Swiss Re auch dem kleineren Rückversicherer Hannover Rück zu schaffen. Die Schadenbelastung bezifferte der Branchendritte am Freitag auf netto rund 150 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2010 war das verheerende Beben in Chile mit 180 Millionen Euro die größte Einzelbelastung für den norddeutschen Konzern. Der erste Erdstoß in Christchurch im September 2010 kostete die Hannover Rück 113 Millionen Euro.

Das jüngste Erdbeben in Neuseeland ereignete sich am 22.

Februar nahe des Zentrums von Christchurch, wo die Dichte versicherter Werte besonders hoch ist. Mehr als 150 Menschen kamen ums Leben. Es dürfte für die Assekuranz eines der teuersten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte werden. Die Hannover Rück taxiert den gesamten Schaden für die Branche auf zehn Milliarden neuseeländische Dollar, umgerechnet gut fünf Milliarden Euro. Sollte dieser Wert noch ansteigen, sei die Hannover Rück selbst abgesichert, in dem sie Risiken an andere Versicherer oder Investoren weitergereicht habe, hieß es.

Die Swiss Re hatte zuvor ihre Belastung auf rund 800 Millionen Dollar (rund 573 Millionen Euro) vor Steuern geschätzt. Zahlen vom Branchenprimus Münchener Rück werden nächste Woche erwartet.

Trotz der Belastungen stiegen Hannover-Rück-Aktien zum Wochenschluss an der Börse um knapp vier Prozent auf 41,90 Euro und waren damit größter Gewinner im Nebenwerte-Index MDax. „Das sind wirklich gute Nachrichten, weil viele Anleger befürchtet hatten, dass die Kosten noch höher ausfallen könnten, besonders nach der Mitteilung der Swiss Re diese Woche“, beurteilte ein Händler den Kursanstieg.

Analysten wie Constantin Rohrbach von der NordLB zeichneten ein gemischtes Bild. Das Neuseeland-Beben werde zusammen mit den Lasten aus Fluten und Stürmen in Australien bei der Hannover Rück spürbare Folgen im ersten Quartal hinterlassen. „Das Budget für außerordentliche Großschäden aus Naturkatastrophen für 2011 dürfte damit ausgeschöpft sein.“ Die Hannover Rück könne angesichts steigender Zinsen, die sich positiv auf die Kapitalanlagen auswirken, dennoch ihr Gewinnziel von rund 650 Millionen Euro für 2011 erreichen, so Rohrbach. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Hurrikan-Saison im Sommer und Herbst für Versicherer ähnlich glimpflich verlaufe wie 2010.

Von

rtr

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