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04.04.2013

12:31 Uhr

NordWest und Rheinland

Provinzial kommt bei Fusion voran

Die Vorstände der Versicherer Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland haben ein Fusionskonzept ausgearbeitet. Die Versicherer kommen damit, wie von den Eignern gefordert, einem möglichen Zusammenschluss näher.

Die Zentrale der Provinzial-Versicherung in Düsseldorf. Die Versicherung kommt einer Fusion näher. dpa

Die Zentrale der Provinzial-Versicherung in Düsseldorf. Die Versicherung kommt einer Fusion näher.

DüsseldorfDie Versicherer Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland sind auf dem Weg zu einem möglichen Zusammenschluss einen Schritt vorangekommen. Die Vorstände der beiden Versicherer haben, wie von den Eignern gefordert, ein Konzept für eine Fusion ausgearbeitet. Die Gremien des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) wollten am 29. April über das Konzept beraten, sagte ein LWL-Sprecher am Donnerstag.

Der LWL hält rund 40 Prozent der Anteile an der Provinzial Nordwest, weiterer Eigner ist der Sparkassenverband Westfalen-Lippe. Dieser wollte sich nicht zu dem Fusionskonzept äußern. Der Präsident des Sparkassenverbands, Rolf Gerlach, hatte allerdings erst Ende Februar gesagt, er erwarte, dass die Vorstände beider Versicherer bis Ende März ein „belastbares Konzept“ für weitere Beratungen über einen Zusammenschluss vorlegen. Die Provinzial-Eigner müssten nach Vorlage des Konzepts entscheiden, ob sie in konkrete Verhandlungen über eine Fusion einsteigen wollen, hatte Gerlach angekündigt.

Gerlach erwartet deutliche Vorteile durch eine Fusion: Der Jahresüberschuss der beiden Versicherer von derzeit zusammen etwa 200 Millionen Euro werde sich durch einen Zusammenschluss auf rund 300 Millionen Euro steigern lassen. „Dies wäre ein spürbarer Beitrag, öffentliche Versicherer zukunftsfest aufzustellen“, hatte er gesagt.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Der Versicherungskonzern Allianz hatte Ende 2012 seine Fühler nach der Provinzial Nordwest, Deutschlands zweitgrößtem Sparkassen-Versicherer, ausgestreckt und damit Bewegung im öffentlich-rechtlichen Lager ausgelöst. Die meisten Sparkassen wollen mit aller Kraft verhindern, dass ein privates Unternehmen in die Phalanx der Sparkassen-Versicherer einbricht.

Im Sparkassen-Lager waren Zweifel laut geworden, ob es am Ende tatsächlich zu einer Fusion von Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland kommen wird. Möglicherweise stehe am Ende des Prozesses auch eine Kooperation, hatten Sparkassen-Kenner gesagt. Gerlach hatte dagegen betont, sein Verband stehe „ohne Abstriche“ hinter den Fusionsplänen. Die beiden Versicherer würden sich gemeinsam „signifikant besser“ entwickeln.

Die westfälischen Sparkassen haben bei der Zukunft der Provinzial ein wichtiges Wort mitzureden: Sie halten 40 Prozent an der Provinzial NordWest. Hinter die Fusionsgespräche hatte sich auch die Landesregierung in Düsseldorf gestellt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Jens

04.04.2013, 21:15 Uhr

Diese Fusion ist längst überfällig. 15 Öffentlich rechtliche Versicherer. Hunderte Millionen die jährlich durch unnötigen Verwaltungsaufwand verloren gehen und durch Fusionen eingespart werden könnten. Es wäre Diebstahl am Kunden, wenn man diese Einspartotenziale nicht hebt und durch Beitragssenkungen an die Kunden weitergibt. Alternativ könnten auch die Vermittler höher entlohnt werden durch eine effizientere Kostenstruktur.

Heinz

05.04.2013, 14:04 Uhr

Heinz
Wenn der Kunde davon etwas bekäme, wäre ich auch dafür. Aber hier soll doch nur der Überschuss (für die Eigentümer) gesteigert werden. Und dafür muss man nicht Arbeitsplätze abbauen. Die Eigentümer sind doch öffentliche Einrichtungen und dem Gemeinwohl verpflichtet... Oder???

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