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08.05.2014

09:34 Uhr

Preiskampf

Munich Re hadert mit dem Konzernergebnis

Auf dem Rückversicherungsmarkt tobt aktuell ein wilder Preiskampf – das bekommt nun auch der Branchenprimus zu spüren. Die Munich Re muss schrumpfende Gewinn schlucken. Die Tochter Ergo dagegen mach Freude.

Das Logo von Munich Re am Eingang vom International Congress Center München (ICM): Trotz des schwierigen Marktumfelds peilt die Münchener Rück im Gesamtjahr aber weiter einen Gewinn von drei Milliarden Euro an. dpa

Das Logo von Munich Re am Eingang vom International Congress Center München (ICM): Trotz des schwierigen Marktumfelds peilt die Münchener Rück im Gesamtjahr aber weiter einen Gewinn von drei Milliarden Euro an.

FrankfurtDer Preiskampf auf dem weltweiten Rückversicherungsmarkt geht auch am Branchenprimus Munich Re nicht spurlos vorbei. Das Konzernergebnis schrumpfte im ersten Quartal auf 924 (Vorjahr: 970) Millionen Euro. Finanzchef Jörg Schneider zeigte sich am Donnerstag mit den Ergebnissen dennoch zufrieden: „Unsere operative Ertragskraft ist robust. Zudem blieben wir von Großschäden weitgehend verschont.“ Die Erstversicherung konnte den Gewinn sogar steigern, vor allem weil die Tochter Ergo besser abschnitt.

Vorstandschef Nikolaus von Bomhard hatte bereits auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche ein schwächeres Ergebnis signalisiert. Dabei verwies er auch darauf, dass die gesamte Branche ihre Gelder nach wie vor nur zu niedrigen Zinsen neu anlegen kann - ein Effekt, der immer tiefere Spuren hinterlässt.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Trotz des schwierigen Marktumfelds peilt die Munich Re im Gesamtjahr aber weiter einen Gewinn von drei Milliarden Euro an. 2013 waren es 3,3 Milliarden, allerdings auch wegen ungewöhnlich niedriger Steuerlasten.

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