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02.05.2016

15:00 Uhr

Quartalszahlen des Versicherers

Allianz trotzt den niedrigen Zinsen

Europas größter Versicherer Allianz startet überraschend mit einem dicken Gewinnplus ins Jahr. Der zweite Blick aber zeigt: Zu verdanken haben die Münchener dies nicht dem operativen Geschäft – da ging es zurück.

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, ist seit genau 363 Tagen im Amt. Reuters

Allianz Hauptversammlung

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, ist seit genau 363 Tagen im Amt.

MünchenDie Allianz schlägt sich bei niedrigen Zinsen und schwankenden Kapitalmärkten besser als gedacht. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter stieg im ersten Quartal um ein Fünftel auf 2,2 (Vorjahr: 1,8) Milliarden Euro, wie Europas größter Versicherer am Montag in München mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Die Allianz-Aktie stieg deshalb um gut drei Prozent. Man habe außerhalb des Kerngeschäfts Gewinne realisiert, erklärte die Allianz den Gewinnzuwachs, ohne sich genauer dazu zu äußern. Das Ergebnis im operativen Geschäft ging um 3,5 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück, der Umsatz schrumpfte um 6,4 Prozent auf 35,4 Milliarden. Doch auch damit schnitt der Versicherer besser ab als erwartet.

„Wir hatten einen sehr guten Start in das Jahr 2016“, sagte Vorstandschef Oliver Bäte. „Wir sind daher zuversichtlich, dass wir unseren Ausblick für 2016 erreichen werden, auch wenn dieses Jahr ein herausforderndes für die Finanzdienstleistungsindustrie ist.“ Die Allianz geht von einem operativen Gewinn von zehn bis elf Milliarden Euro aus. Im vergangenen Jahr hatte sie 10,7 Milliarden erwirtschaftet. „Da ist Aufatmen angesagt. Viele sind einfach erleichtert“, sagte ein Händler.

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Den Gewinn hat Allianz-Chef Oliver Bäte leicht gesteigert, doch niedrige Zinsen belasten das Geschäft mit Lebensversicherungen. Die Aktionäre murren heute. Und im sonnigen Kalifornien gibt es Probleme.

In ihrem Kapitalpolster bekommt die Allianz allerdings die neuen EU-weiten „Solvency II“-Regeln für die Branche zu spüren, die die Kapitalausstattung stärker an den Risiken messen. Die Kapitalisierung sank innerhalb von drei Monaten auf 186 von 200 Prozent, vor allem wegen der Entwicklung an den Kapitalmärkten. Die Allianz habe im Risikomanagement teilweise gegengesteuert. Sobald die defizitäre Tochter in Südkorea wie geplant verkauft ist, winkt der Allianz ein Zuwachs bei der Solvency-II-Quote. Der Verkauf des Lebensversicherers an die chinesische Anbang-Gruppe ist bereits vereinbart, aber noch nicht vollzogen. Die Allianz rechnet daraus mit einem dreistelligen Millionenverlust.

Südkorea ist das erste Land, aus dem sich die Allianz unter dem neuen Chef Bäte aus der Lebensversicherung zurückzieht. Weitere dürften folgen.

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