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06.11.2012

13:28 Uhr

Rekordgewinn angepeilt

Hannover Rück will 800 Millionen Euro verdienen

Die Hannover Rück strahlt nach einem starken dritten Quartal Optimismus aus: 800 Millionen Euro Gewinn will der Rückversicherer dieses Jahr einstreichen. Wirbelsturm „Sandy“ könnte die Hoffnung jedoch durchkreuzen.

Die Hannover Rück rechnet mit einem Rekordjahr. dpa

Die Hannover Rück rechnet mit einem Rekordjahr.

München/HannoverDer weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück rechnet für 2012 mit einem Rekordergebnis - obwohl noch nicht klar ist, wie teuer Hurrikan „Sandy“ für das Unternehmen wird. Auch dank glänzender Finanzgeschäfte „gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro realistisch ist“, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Dienstag in Hannover. Das wären mindestens 51 Millionen Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010.

Auch für das kommende Jahr rechnet das Unternehmen mit 800 Millionen Euro. 2011 erwirtschaftete Hannover Rück einen Überschuss von 606 Millionen Euro.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Zu den Schäden, die Hurrican „Sandy“ vor wenigen Tagen an der Ostküste der USA angerichtet hat, äußerten die Hannoveraner sich zurückhaltend. „Das wäre unseriös, zu diesem Zeitpunkt eine Aussage zu treffen“, betonte Finanzvorstand Roland Vogel.

Nach einer ersten Schätzung werde das eigene Jahresbudget für Großschäden von 560 Millionen Euro durch Aufwendungen für "Sandy" aber nicht ausgeschöpft, sagte Vogel. Für alle Versicherer hätten Überschlagsrechnungen einen versicherten Schaden durch "Sandy" von 5 bis 20 Milliarden Euro ergeben. Experten schätzen den Schaden auf 50 Milliarden US-Dollar.

Hurrikan „Isaac“ und die Dürre in den USA schlugen beim Konkurrenten des Münchner Branchenführers Munich Re im Sommer nicht allzu schwer zu Buche. Vom vorgesehenen Jahresbudget von 560 Millionen Euro seien noch mehr als 360 Millionen Euro übrig, um „Sandy“ finanziell abzufangen, erklärte Vogel. Von Januar bis September vergangenen Jahres hatte die Belastung durch Katastrophen noch bei 743 Millionen Euro gelegen.

Auch die Bilanz für das dritte Quartal konnten Dürre und „Isaac“ nicht verhageln: Unter dem Strich stand ein Gewinn von 265,5 Millionen Euro, rund 63 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als von Analysten erwartet. In den ersten neun Monaten dieses Jahres machte Hannover Rück damit bereits 670,8 Millionen Euro Gewinn - fast 76 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011, als der Tsunami in Japan und die Erdbeben in Neuseeland den Gewinn gedrückt hatten.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Das Ergebnis aus Kapitalanlagen habe der Konzern in den ersten drei Quartalen zudem um gut 250 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro erhöht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelte sich das operative Ergebnis nach Firmenangaben auf 1,02 Milliarden Euro.

Die Anleger nahmen die langfristige Gewinnprognose positiv auf: Der Kurs stieg um mehr als fünf Prozent und machte die Hannoveraner zum zweitstärksten Papier im MDAX, dem Aktienindex der 50 mittelgroßen deutschen Werte.

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