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20.06.2011

10:28 Uhr

Riester-Affäre

Ergo drohen strafrechtliche Konsequenzen

VonCatrin Bialek, Axel Höpner, Sönke Iwersen, Thomas Schmitt, Reuters

ExklusivDie Informationspolitik von Ergo schockt die Branche. Seit mehr als fünf Jahren wusste die Versicherung von fehlerhaften Riesterverträgen – und saß das Problem einfach aus. Zusätzlich werden neue Sex-Eskapaden bekannt.

Unternehmenszentrale der Versicherungsgruppe Ergo in Düsseldorf. Quelle: dapd

Unternehmenszentrale der Versicherungsgruppe Ergo in Düsseldorf.

DüsseldorfDie massenhaft zu teuer berechneten Riester-Verträge der Ergo-Versicherung können nach Meinung von Juristen strafrechtliche Konsequenzen haben. Wie Ergo am Freitag bestätigte, weiß der Konzern seit mehr als fünf Jahren, dass Kunden höhere Verwaltungskosten berechnet wurden, als vertraglich vereinbart. Ergo-Sprecher Alexander Becker sagte dem Handelsblatt: „Wir haben ermittelt, dass der Fehler im Oktober 2005 der Antragsabteilung bekannt wurde. Wir untersuchen derzeit, was daraus geworden ist.“

Dies wird nach Meinung von Experten nicht ausreichen. „Damit erhält die Affäre eine ganz andere Dimension“, sagt der ehemalige Staatsanwalt und Strafrechtsexperte Volker Hoffmann aus Mainz. „Es ist eine Sache, einen Rechenfehler zu übersehen. Es ist eine ganz andere Sache, einen Fehler zu bemerken, aber nichts zu tun, um das Problem aufzuklären und damit weiter von dem Fehler zu profitieren. Strafrechtlich betrachtet bewegt sich die Ergo hier im Bereich des vorsätzlichen fortgesetzten Betrugs.“

Die zehn größten Lebensversicherer in Deutschland nach Beitragseinnahmen

Allianz Lebensversicherung

15,0 Milliarden Euro

Zurich Dt. Herold Leben

4,6 Milliarden Euro

AachenMünchener Leben

4,5 Milliarden Euro

R+V Leben AG

4,4 Milliarden Euro

Generali Leben

4,2 Milliarden Euro

Ergo Leben

3,4 Milliarden Euro

Debeka Leben

3,2 Milliarden Euro

Bayern Versicherung

2,8 Milliarden Euro

Axa Leben

2,3 Milliarden Euro

Nürnberger Leben

2,3 Milliarden Euro

Die Ergo hat bislang 14.000 solcher Fälle eingeräumt, ehemalige Generalvertreter sprechen aber von bis zu 70.000 falschen Verträgen. Nach Mitteilung der Ergo wurde auf dem Antragsformular irrtümlich ein zu niedriger Kostensatz genannt. Die Kunden würden nun entschädigt.

Kommentare (6)

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commonman

20.06.2011, 10:45 Uhr

HMI - ein pyramidenspiel zum nachteil der versicherten und neugeworbenen "vertreter".

GOLDEN FUTURE - das "produkt"

herr staatsanwalt - übernehmen sie

aruba

20.06.2011, 11:14 Uhr

Guten Tag,.... Ha... Sehr gut;.... so gefaellt mir das Handelsblatt. Koennten Sie ein paar saftige Fotos von Herrn Kaiser veroffentlichen. Bitte Bitte. Besten Dank

Realo

20.06.2011, 12:13 Uhr

Es ist ja nicht die einzige Branche, die moralisch verkommt, es ist ein gesellschaftliches Problem: "Sage mir, mit wem du gehst und ich sage dir wer du bist!" Solange die Vorsitzenden von unten gut gepolstert sind und nicht um ihre eigenen Stühle besorgt sein müssen, ändert sich nichts. Rom ist auch nicht an einem Tag untergegangen. Nur tut es den Oberen denn viel weher, weil sie tiefer fallen, das beruhigt.

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