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26.01.2015

15:14 Uhr

Rückversicherer

Axis und PartnerRe bündeln Kräfte

Brutto-Prämieneinnahmen von über zehn Milliarden Dollar machen das Bündnis zwischen den Rückversicherern Axis und PartnerRe zu einem potenten Player. Die Mega-Fusion hat für die Branche eine marktbereinigende Wirkung.

Ein Mann befestigt Abdeckfolie an einem von einem Unwetter zerstörten Dach: Naturkatastrophen sind das Kerngeschäft der Rückversicherer. dpa

Ein Mann befestigt Abdeckfolie an einem von einem Unwetter zerstörten Dach: Naturkatastrophen sind das Kerngeschäft der Rückversicherer.

New YorkIn der Rückversicherungsbranche setzt die lang erwartete Marktbereinigung ein. Die beiden US-Unternehmen Axis Capital und PartnerRe gaben am Sonntagabend ihre Fusionspläne bekannt. Entstehen soll ein Konzern mit einem Börsenwert von rund elf Milliarden Dollar, der zur weltweiten Nummer fünf aufrückt und damit die französische Scor überholt. Die Brutto-Prämieneinnahmen liegen den Angaben zufolge zusammen bei über zehn Milliarden Dollar.

Die Führungsgremien beider Unternehmen haben den "Zusammenschluss auf Augenhöhe" bereits abgesegnet. Durch einen Aktientausch werden die Anleger von PartnerRe am Ende knapp 52 Prozent des fusionierten Konzerns halten. Im Chefsessel soll aber Albert Benchimol sitzen, der bislang Axis Capital führte.

Rund um den Globus stehen Rückversicherer unter Druck, weil ihre Kunden, die Erstversicherer, in schadenarmen Zeiten weniger Absicherung für Naturkatastrophen in Anspruch nehmen. Außerdem drängen neue Anbieter wie Fonds auf den Markt. Das drückt die Preise.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Analysten erwarten daher, dass immer mehr klassische Rückversicherer ihre Kräfte bündeln werden. "Alles was zählt, ist eine gewisse Größe zu erreichen", kommentierte Analyst Ben Cohen von der Vermögensverwaltung Canaccord Genuity den jüngsten Deal. Er geht davon aus, dass Scor schon bald mit einer Übernahme nachzieht, um nicht an Boden zu verlieren. Die Top-3 der Branche sind die Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück

Von

rtr

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