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16.03.2016

08:33 Uhr

Rückversicherer

Ergo bleibt der Problemfall von Munich Re

Der Preiskampf unter Rückversicherern dürfte den Gewinn der Munich Re in diesem Jahr deutlich drücken. Doch auch der Erstversicherer Ergo lastet auf dem Unternehmen.

Ergo ist der Erstversicherer im Munich-Re-Konzern. dpa

Ergo-Zentrale in Düsseldorf

Ergo ist der Erstversicherer im Munich-Re-Konzern.

MünchenDie Dauerniedrigzinsen und der Preiskampf in der Branche machen die Munich Re vorsichtig. Der weltgrößte Rückversicherer plant für 2016 mit einem Gewinnrückgang auf 2,3 bis 2,8 Milliarden Euro, wie er zur Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in München mitteilte. Das sei angesichts der Lage „ein durchaus ambitioniertes Ziel“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard.

Im vergangenen Jahr war der Nettogewinn nur leicht auf 3,1 Milliarden Euro gesunken und hatte die Expertenprognosen übertroffen. Die Bayern hatten davon profitiert, dass sie nur halb so viel für Naturkatastrophen und andere Großschäden zahlen mussten wie geplant.

Vor allem die 215 Milliarden Euro schweren Kapitalanlagen dürften im laufenden Jahr deutlich weniger abwerfen als 2015. Die Munich Re rechnet daraus nur noch mit einem Gewinn von sieben Milliarden Euro, das wäre eine Rendite von drei Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 7,5 Milliarden Euro.

Aber auch für das Kerngeschäft in der Rückversicherung gibt sich der Konzern zurückhaltender: 2015 hatte er noch 3,3 Milliarden Euro damit verdient, 2016 sind nur noch 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro eingeplant. Die Munich Re könne „nicht erneut mit einer unterdurchschnittlichen Belastung aus Naturkatastrophen wie im Jahr 2015 rechnen“, sagte von Bomhard. Außerdem herrscht in der Branche ein harter Preiswettbewerb.

Die Kosten für den angekündigten Umbau des Erstversicherers Ergo sind in den Prognosen noch nicht enthalten. Der neue Chef des Sorgenkindes im Konzern, Markus Rieß, will spätestens im Juni die Pläne vorstellen, mit denen die Nummer zwei unter den deutschen Versicherern künftig mehr Gewinn erwirtschaften soll. Eine Firmenwert-Abschreibung von fast einer halben Milliarde Euro hatte Ergo im vergangenen Jahr in die Verlustzone gedrückt. Für 2016 ist bisher ein Gewinn von 250 bis 350 Millionen Euro geplant.

Zugleich kündigte die Munich Re ein weiteres Programm zum Rückkauf eigener Aktien an. Bis zur Hauptversammlung im April 2017 will sie erneut Papiere für eine Milliarde Euro aufkaufen und damit überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückgeben. Im laufenden, noch bis zur Hauptversammlung 2016 laufenden Programm hat sie bisher 5,2 Millionen Aktien für 890 Millionen Euro erworben. Seit 2006 summieren sich die Aktien-Rückkäufe damit auf 8,9 Milliarden Euro. Den Aktionären winkt wie bereits bekannt eine um 50 Cent auf 8,25 Euro erhöhte Dividende.

Von Bomhard wird seinen Posten im kommenden Jahr an seinen Vorstandskollegen Joachim Wenning abgeben (hier ein Porträt des designierten Nachfolgers).

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