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27.08.2014

15:45 Uhr

Rückversicherer

Katastrophale Milliarden-Kosten

Schäden durch Unwetter und Katastrophen kosteten Rückversicherer im ersten Halbjahr weltweit 21 Milliarden Dollar. Trotz extremen Wetters liegt diese Summe deutlich unter den Vorjahreszahlen.

Ein vom Sturm abgedecktes Dach: Schäden durch Unwetter und Katastrophen nicht aus. dpa

Ein vom Sturm abgedecktes Dach: Schäden durch Unwetter und Katastrophen nicht aus.

ZürichNatur- und von Menschen verursachte Katastrophen haben die Versicherungswirtschaft einer Schätzung zufolge im ersten Halbjahr weltweit 21 Milliarden US-Dollar (16 Mrd Euro) gekostet. Im Vergleich zu den Vorjahren kamen die Rückversicherer damit relativ glimpflich davon - im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden 27 Milliarden Dollar fällig.

Insgesamt führten die Katastrophen in der ersten Jahreshälfte zu gesamtwirtschaftlichen Schäden von 44 Milliarden Dollar, teilte der Schweizer Rückversicherer Swiss Re am Mittwoch in einer Studie zur Katastrophenbilanz mit. Allein Naturkatastrophen schlugen mit 19 Milliarden Dollar zu Buche.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Im ersten Halbjahr 2013 hatten die Schäden bei 64 Milliarden Dollar gelegen, wovon die Versicherungswirtschaft 25 Milliarden Dollar zu tragen hatte. Die Katastrophen forderten bis zur Jahresmitte insgesamt mehr als 4700 Menschenleben, im Vorjahreszeitraum waren es rund 12.200.

Am teuersten kamen für die Versicherungen Gewitter und Hagel in den USA im Mai mit 2,6 Milliarden Dollar sowie der Sturm Ela in Frankreich, Deutschland und Belgien im Juni mit 2,5 Milliarden Dollar. Mit der gleichen Summe schlug ein Schneesturm in Japan im Februar zu Buche.

Rückversicherer sichern andere Versicherungsunternehmen gegen unkalkulierbare Risiken wie Naturkatastrophen ab.

Von

dpa

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