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08.09.2013

19:36 Uhr

Rückversicherer

Munich Re kämpft mit Hagelschäden und Preisdruck

Nicht nur Hochwasser-, auch Hagelschäden belasten das Geschäft der Rückversicherer. Munich Re schätzt die Summe inzwischen auf 1,5 Milliarden Euro. Dazu kommt zunehmender Preisdruck im Katastrophengeschäft.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re spürt im Katastrophengeschäft die heftige Konkurrenz. dpa

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re spürt im Katastrophengeschäft die heftige Konkurrenz.

Monte Carlo/FrankfurtHagel und Hochwasser richten in Deutschland Rekordschäden an, doch der weltgrößte Rückversicherer Munich Re muss sich im Katastrophengeschäft einem Preiskampf stellen. Bei seinen Verhandlungen mit Erstversicherern wie Allianz und Axa erwartet der Konzern zum Jahreswechsel zwar weithin stabile Konditionen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung. Bei der Absicherung gegen Naturkatastrophen wächst jedoch die Konkurrenz. Zudem trifft manche Katastrophe die Branche weit schwerer als anfangs gedacht: Die Hagelstürme im Juli dürften die teuersten sein, die es in Deutschland je gegeben hat.

Die versicherten Hagelschäden dürften 1,5 Milliarden Euro erreichen, sagte Munich-Re-Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Sonntag bei einem Branchentreffen in Monte Carlo. Das wäre mehr, als das bisher schwerste Hagelunwetter in Bayern von 1984 in heutigen Preisen gekostet hätte. Noch Anfang August hatte Jeworrek die versicherten Schäden auf gut 600 Millionen Euro geschätzt. Der Rückversicherungsmakler Aon Benfield war schon wenig später von 1 bis 1,5 Milliarden Euro ausgegangen.

Die Unwetter waren Ende Juli über Teile Nord- und Süddeutschlands gezogen, golfballgroße Hagelkörner beschädigten Autos und Hausdächer. Laut Jeworrek muss die Munich Re von diesen Schäden rund 180 Millionen Euro schultern, davon 20 Millionen aus dem Geschäft der Düsseldorfer Tochter Ergo. Damit hätte die Hochwasserkatastrophe im Juni die Munich Re nur ein Viertel mehr gekostet als nun der Hagel.

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Im Geschäft mit Erstversicherern und Großkunden zeigt die Munich Re trotz der Kapitalschwemme in der Branche keine Angst vor einem Preiskampf. Zumindest im proportionalen Geschäft der Schaden- und Unfall-Rückversicherung, in dem Rückversicherer prozentual Prämien und Risiken von Erstversicherern übernehmen, erwartet Jeworrek weitgehend stabile Preise. Im nicht-proportionalen Geschäft mit Naturkatastrophen, bei dem der Rückversicherer erst ab einer bestimmten Schadenhöhe einspringt, spürt die Munich Re hingegen heftige Konkurrenz von branchenfremden Investoren.

Große Anleger wie Pensionsfonds investieren Experten zufolge zunehmend große Summen in verbriefte Versicherungsrisiken (ILS), meist sogenannte Katastrophenanleihen. Damit werden Katastrophenrisiken an den Kapitalmarkt transferiert. Der Munich Re zufolge haben Großinvestoren in den vergangenen anderthalb Jahren rund zehn Milliarden US-Dollar zusätzlich in Katastrophenanleihen und andere gesteckt.

In Zukunft könnten es sogar noch mehr sein. Bis zu 75 Milliarden Dollar könnten die „alternativen Investoren“ auf der Suche nach höheren Renditen bis 2016 in den Markt für Naturkatastrophen-Deckungen gepumpt haben, sagte Jeworrek. Das wäre ein Viertel des 300 Milliarden Dollar schweren Marktes; 2012 waren es erst 17 Prozent. Sie wüchsen damit deutlich schneller als die angestammten Rückversicherer.

Kommentare (1)

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vandale

08.09.2013, 21:08 Uhr

Katastrophenbonds kann man auch als Privatanleger zeichnen. Die Herausforderung liegt darin, dass der Versicherer Mathematiker beschäftigt die die erwarteten Schäden statistisch ungefähr abschätzen können. Als Privatanleger kann ich dies nicht. Des weiteren nehme ich an, dass die Versicherer genau wissen welche Risiken sie weitergeben.

Vandale

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