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05.09.2013

17:41 Uhr

Rückversicherer

Munich Re trennt sich von US-Tochter

Abschied nach Millionen-Verlusten: Die Munich Re gibt ihr US-Sorgenkind Windsor Health Group zum Jahresende ab und hofft im Gesamtjahr wieder auf schwarze Zahlen in der Gesundheitssparte.

Das Logo der Munich Re: Verkauf der US-Tochter. dpa

Das Logo der Munich Re: Verkauf der US-Tochter.

MünchenDie Münchener Rück steigt nach fünf Jahren mit Verlust wieder aus dem Krankenversicherungsgeschäft aus. Die Windsor Health Group (WHG), die die Münchener Rück seit 2008 für 324 Millionen Euro zusammengekauft hatte, geht für einen ungenannten Betrag an den größeren Rivalen WellCare Health Plans, wie die beiden Konzerne am Donnerstag mitteilten. Eine Sprecherin der Münchener Rück bezifferte den Verlust aus dem Engagement auf rund 300 Millionen Euro. An der Gewinnerwartung für 2013 ändere sich aber so gut wie nichts. Die auf alte und einkommensschwache US-Amerikaner spezialisierte WHG war das größte Sorgenkind des weltgrößten Rückversicherers. Das Unternehmen war gleich zweimal von den Gesundheitsreformen („Obamacare“) in den USA getroffen worden, die es immer mehr ins Abseits bugsierten.

Die Münchener Rück hatte WHG bereits im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt. 2012 schrieb das Unternehmen aus Tampa in Floria 86 Millionen Euro Verlust und wurde in den Büchern des Konzerns auf Null abgeschrieben. Wolfgang Strassl, der Chef von Munich Health, des kleinsten und jüngsten Geschäftsfelds der Münchener Rück, musste gehen. Nach dem Verkauf erwartet Munich Health für das laufende Jahr wieder einen kleinen Gewinn. Bisher hatte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard auch erneut rote Zahlen nicht ausgeschlossen. Der neue WHG-Eigentümer, WellCare, erwartet dagegen, dass die Übernahme sich 2014 für ihn auszahlt. WellCare ist mit 2,8 Millionen Mitgliedern ungleich größer als die WHG, die zuletzt 300.000 Kunden zählte.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Im amerikanischen Gesundheitssystem haben sich WellCare und WHG auf Krankenversorgungs-Programme für Kunden spezialisiert, die nach dem staatlichen Medicare- oder Medicaid-System unterstützt werden. Mit den „Gesundheitsplänen“ der Versicherer erhalten sie Behandlungen in Krankenhäusern oder bei Ärzten, die bei den Versicherern unter Vertrag stehen.

In den USA ist die Münchener Rück künftig in der Sparte nur noch als Rückversicherer aktiv. Zudem berät sie Unternehmen, die ihren Mitarbeitern - wie das in den USA üblich ist - eine eigene Krankenversicherung bieten. Munich Health bleibe als eigenes Geschäftsfeld bestehen, sagte die Sprecherin. 70 Prozent davon entfallen auf die Rückversicherung.

WHG war 2011 aus den Krankenversicherern Windsor Health und Sterling Life entstanden. Die Münchener Rück hatte 2008 für Sterling Life 223 Millionen Euro gezahlt, weitere 101 Millionen Euro 2011 für Windsor Health. (Reporter: Alexander Hübner; redigiert von Till Weber)

Von

rtr

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