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10.03.2011

08:56 Uhr

Rückversicherer

Naturkatastrophen gefährden Ziele der Munich Re

Erst vor zwei Monaten hat die Munich Re für das laufende Jahr eine Prognose abgegeben. Und schon muss sie ihr Gewinnziel in Zweifel ziehen. Allzu viele Naturkatastrophen sind eine große Gefahr.

Leider gab es überdurchschnittlich viele Naturkatastrophen in der nahen Vergangenheit. Quelle: dapd

Leider gab es überdurchschnittlich viele Naturkatastrophen in der nahen Vergangenheit.

MünchenDas verheerende Erdbeben in Neuseeland trifft die Münchener Rück härter als die Konkurrenz. Die für 2011 angepeilten 2,4 Milliarden Euro Konzerngewinn seien nur erreichbar, wenn die Großschäden im Jahresverlauf unter den Durchschnittswerten blieben, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag mit. Damit äußert sich der Dax-Konzern skeptischer als noch Anfang Februar. Die Konkurrenz von der Hannover Rück ist trotz des schwierigen Starts optimistisch, 2011 den angestrebten Überschuss von 650 Millionen Euro erreichen zu können.

Neben dem Neuseeland-Beben drücken die Überschwemmungen in der australischen Metropole Brisbane und der Zyklon „Yasi“, der ebenfalls in Queensland wütete, auf die Ergebnisse in der Branche. Diese drei Naturkatastrophen kosten die Münchener Rück zusammen rund 1,5 Milliarden australische Dollar, umgerechnet knapp 1,1 Milliarden Euro. Davon entfallen allein eine Milliarde Australien-Dollar auf das Neuseeland-Beben, 350 Millionen auf Brisbane und 135 Millionen auf Yasi.

Zum Vergleich: Das Beben kostet die Rivalen Swiss Re rund 800 Millionen Dollar (573 Millionen Euro) und die Hannover Rück rund 150 Millionen Euro. Der Erdstoß ereignete sich am 22. Februar nahe des Zentrums von Christchurch, wo die Dichte versicherter Werte besonders hoch ist. Mehr als 150 Menschen kamen ums Leben. Es dürfte für die Assekuranz eines der teuersten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte werden.

Die Rückversicherung ist ein zyklisches Geschäft: Nach Phasen mit hohen Belastungen steigen in der Regel die Preise.

Sie fallen wiederum, wenn große Schäden ausbleiben. 2010 hatten sich die Lasten nach einigen ruhigen Jahren deutlich erhöht.

Dennoch waren die Preise im Markt zuletzt noch leicht rückläufig. Angesichts der jüngsten Häufung sei nun damit zu rechnen, dass sich das Preisniveau stabilisiere, hieß es. Bei der Münchener Rück steht im April die Neuverhandlung von Policen in Japan und Korea an, im Juli dann Australien, Lateinamerika und Teile des US-Markts. Insgesamt geht es dabei um Prämien von 2,8 Milliarden Euro. Rückversicherer übernehmen große Risiken von den normalen Versicherern.

Zu schaffen macht der Branche auch das niedrige Zinsniveau, das auf das Ergebnis der Kapitalanlagen drückt. Mit einem deutlichen Anstieg der Zinsen sei nicht zu rechnen. Daraus ergäben sich zwar nur moderate Abschreibungsrisiken, aber auch nur geringe Chancen auf Veräußerungsgewinne. Die Aktienquote ist mit gut vier Prozent weiterhin sehr niedrig. Hier scheut das Unternehmen das Risiko.

Für 2012 rechnet die Münchener Rück mit einem Überschuss in der Größenordnung von 2,4 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr musste sie, wie bereits bekannt, einen leichten Gewinnrückgang auf 2,43 Milliarden Euro hinnehmen.

Von

rtr

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