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23.02.2012

10:46 Uhr

Rückversicherer

Swiss Re stellt Munich Re in den Schatten

Swiss Re schneidet 2011 deutlich besser ab als der Branchenprimus in München - und das nicht nur beim Gewinn. Die Sanierung nach den Verlusten in der Finanzkrise wirkt überraschend schnell.

Swiss Re hob die Dividende auf 3 Franken an. ap

Swiss Re hob die Dividende auf 3 Franken an.

ZürichDer Rückversicherer Swiss Re rückt wieder näher an den großen Konkurrenten aus München heran. Durch die Finanzkrise sind die Schweizer arg gebeutelt worden: Sie schrieben rote Zahlen, mussten sich sogar Geld beim Investor Warren Buffett leihen und verloren ihr Spitzenrating bei Standard & Poor's. Doch die anschließende Sanierung trägt offenbar schneller Früchte als erwartet.

2011 hat die Swiss Re trotz immenser Schadenzahlungen für Naturkatastrophen 2,6 Milliarden Dollar verdient. Das entspricht knapp zwei Milliarden Euro – also ein Niveau, auf dem sich der Branchenprimus Munich Re auch gerne sähe. Die Münchner schafften 2011 statt 2,4 Milliarden Euro jedoch nur 710 Millionen Euro Gewinn. Der Ergebnistrend in beiden Konzernen könnte nicht gegensätzlicher sein: Bei Munich Re sank der Gewinn auf weniger als ein Drittel, bei Swiss Re verdreifachte er sich.

Mit weniger Prämie erzielten die Schweizer dabei deutlich mehr Ertrag. In der Rückversicherung, also dem Geschäft mit anderen Versicherern, verbuchten die Münchner Einnahmen von 26,5 Milliarden Euro, Swiss Re dagegen umgerechnet nur 16,3 Milliarden Euro.

Kommentar: Munich Re braucht die Ergo nicht

Kommentar

Munich Re braucht die Ergo nicht

Der Rückversicherer Munich Re hat das Katastrophenjahr 2011 besser als erwartet beendet. Aktionäre dürfen sich über eine satte Dividende freuen. In der Erstversicherung lassen die Zahlen dagegen zu wünschen übrig.

Angesichts des Gewinntrends können sich die Schweizer nun eine Anhebung der Dividende von 2,75 Franken auf drei Franken je Aktie leisten. In München ist man dagegen froh, dass man die Ausschüttung im Vergleich zum Vorjahr stabil halten konnte. 6,25 Euro pro Aktie werden gezahlt.

Allerdings ist der Erfolg der Schweizer nicht nur auf Fortschritte im Kerngeschäft zurückzuführen. Geholfen hat der Nummer zwei der Branche nach eigenen Angaben eine ungewöhnlich niedrige Steuerquote – eine Folge der Konzernumstrukturierung.  Zudem seien nicht mehr benötigte Schadenreserven in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar aufgelöst worden. Swiss Re verdiente damit deutlich besser als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 1,79 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

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