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08.08.2013

10:21 Uhr

Rückversicherer

Swiss Re verdient trotz Flut mehr als erwartet

Das Hochwasser in Deutschland hat große Schäden verursacht – trotzdem steht der Rückversicherer Swiss Re ganz ordentlich da. Er sieht sich auf gutem Kurs, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Swiss-Re-Werbung in Zürich. Reuters

Swiss-Re-Werbung in Zürich.

ZürichDer Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat trotz hoher Schadenzahlungen für schwere Überschwemmungen in Zentraleuropa und Kanada im zweiten Quartal ordentlich verdient. Der Reingewinn belief sich auf 786 Millionen Dollar, teilte der Konzern aus Zürich am Donnerstag mit. Das ist zehn mal mehr als vor einem Jahr, als der Rückversicherer einen verlustbringenden Spartenverkauf zu verkraften hatte. Die Nummer zwei der Branche übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt einen Gewinn von 659 Millionen Dollar prognostiziert hatten. Geholfen hat den Schweizern, dass nicht mehr benötigte Schadenreserven aufgelöst werden konnten und sie eine Steuerrückzahlung erhielt. Mit Finanzanlagen verdiente Swiss Re gute eine Milliarde Dollar.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Tschechien, Österreich, Ungarn und der Slowakei sowie Überschwemmungen in Kanada schlugen mit 477 Millionen Dollar Schadenzahlungen zu Buche. Zudem musste Swiss Re weitere 64 Millionen Dollar für den Untergang des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" bereitstellen. Angesichts des schadenarmen ersten Quartals rechnet Finanzchef George Quinn im gesamten Jahr allerdings mit einem rentablen Sachversicherungsgeschäft. "Wenn alles normal läuft und wir einen normalen oder durchschnittlichen Schadenverlauf sehen, werden wir die 92 Prozent Schaden-Kosten-Satz sogar schlagen", sagte er. Swiss Re kalkuliert dieses Jahr mit rund 1,7 Milliarden Dollar Zahlungen für Katastrophen.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Quinn sieht Swiss Re daher auf gutem Weg zu seinen Finanzzielen. Bis 2015 wird im Durchschnitt eine Gewinnsteigerung je Aktie um zehn Prozent angestrebt und eine Eigenkapitalverzinsung, die 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegt. "Das zu liefern bleibt unsere erste Priorität", sagte Quinn. Münchener Rück und Hannover Re hatten nach guten Zwischenergebnissen ihre Jahresprognosen jüngst bekräftigt.

An der Börse konnte Swiss Re die Anleger dennoch nicht überzeugen. Die Aktien sanken gegen den festern Sektortrend um 1,5 Prozent auf 71,35 Franken. Sonderfaktoren hätten den Abschluss deutlich beeinflusst, erklärten Analysten.

Die Prämieneinnahmen steigerte Swiss Re im zweiten Quartal um elf Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Allerdings drückten hohe Schadenzahlungen auf die Rentabilität des Versicherungsgeschäfts. In der Sachversicherung stieg der Schaden-Kosten-Satz auf 100,7 Prozent, womit die größte Sparte unrentabel arbeitete. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Bei den Vertragserneuerungen im Juli in Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland erreichte Swiss Re einen Prämienzuwachs von zwölf Prozent. Geschuldet ist das allerdings Volumensteigerungen. Die Preise dagegen sanken um fünf Prozent, womit sich der Preisrückgang gegenüber dem Auftaktquartal beschleunigte. Vor allem im US-Naturkatastrophengeschäft drängen neue Anbieter in den Markt. Auch Branchenprimus Münchener Rück und Konkurrent Hannover Re leiden unter dem intensiveren Wettbewerb.

Nichts Neues hatte Quinn zur Zukunft des Admin Re-Geschäfts zu sagen. "Heute haben wir nichts hinzuzufügen", erklärte Quinn auf entsprechende Fragen. Die Schweizer prüfen eine Zusammenlegung der Sparte mit der Phoenix Group. Die britische Gesellschaft ist ein Spezialist für die Abwicklung geschlossener Lebens- und Krankenversicherungsbestände, das sogenannte Admin Re-Geschäft. Bei Swiss Re hinkt dieser gemessen am Geschäftsvolumen kleine Bereich bei der Rentabilität den anderen Sparten hinterher. Der Konzern aus Zürich hatte im vergangenen Jahr seine amerikanische Admin Re-Tochter verkauft.

Von

dpa

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