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06.11.2012

13:38 Uhr

„Sandy“ nur Vorbote

Allianz befürchtet mehr Naturkatastrophen

Weltweit wachsen die Metropolen in Küstennähe. Doch mit dem Klimawandel wächst auch das Risiko extremer Stürme und Überflutungen. Die Allianz befürchtet mehr Schäden, und das auch in Deutschland.

Szenen wie diese hinterließ Wirbelsturm „Sandy“ in Queens, New York. dapd

Szenen wie diese hinterließ Wirbelsturm „Sandy“ in Queens, New York.

MünchenDer Hurrikan „Sandy“ ist für die Allianz nur ein Vorbote. Europas größter Versicherer rechnet in den kommenden Jahren mit einer starken Zunahme der Schäden durch Naturkatastrophen. „Viele der Millionenmetropolen sind unzureichend auf Stürme vorbereitet, wie "Sandy" in New York zeigte“, sagte Allianz-Meteorologe Markus Stowasser am Dienstag in München.

Mit der Klimaerwärmung steige der Meeresspiegel, trotzdem nehme die Besiedlung der Küsten und flutgefährdeten Regionen zu. Heute lebe bereits mehr als eine Milliarde Menschen in tiefliegenden Küstenregionen. Und „die Vermögenswerte wachsen weiter, insbesondere in Wachstumsregionen in Asien“, sagte Stowasser.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Für Deutschland sagte der Allianz-Experte mehr und heftigere Stürme und Starkregen voraus. Dächer und Fassaden sollten besser vor Hagel geschützt werden, „insbesondere neue empfindliche Wärmedämmungen“. Die beiden teuersten Naturkatastrophen in Deutschland waren die Oderflut 2002 und der Sturm Kyrill 2007, die zusammen 17 Milliarden US-Dollar kosteten (nach aktuellem Kurs gut 13 Milliarden Euro).

Naturkatastrophen träfen Asien zwar 25 Mal so häufig wie Europa. Aber der Ausfall wichtiger Zulieferer durch eine lokale Katastrophe könne Unternehmen, Mitarbeiter und Verbraucher weltweit treffen, sagte Volker Münch von der Allianz-Industrieversicherung AGCS. Das bekamen Auto- und Elektronikindustrie nach dem Tsunami in Japan und Überschwemmungen in Thailand im vergangenen Jahr zu spüren. Unwetter sind der häufigste Grund für Betriebsunterbrechung durch Lieferantenausfälle.

Die Allianz legt mit ihrer Quartalsbilanz am kommenden Freitag vielleicht auch schon eine erste Schätzung der Schäden durch „Sandy“ vor. Dem Versicherungsdienstleister Eqecat zufolge könnte der Hurrikan in den USA 50 Milliarden Dollar an Werten vernichtet haben und die Versicherungsbranche bis zu 20 Milliarden Dollar kosten.

Die Allianz erklärte, ein sehr starker Hurrikan könne heute in New York im schlimmsten Fall einen Schaden von einer Billion Dollar anrichten - bis zum Jahr 2050 aber Schäden von fünf Billionen Dollar, wegen des Anstiegs des Meeresspiegels.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Wetterbedingte Versicherungsschäden seien seit 1980 um das 15-fache gestiegen. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hätten die Schäden durch Naturkatastrophen 113 Milliarden Dollar im Jahr betragen. Allianz-Rückversicherungschef Amer Ahmed sagte: „Wir werden mehr von den gleichen Risiken sehen, mehr Naturkatastrophen mit komplexeren Schäden.“

Von

dpa

Kommentare (15)

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MAXundMORITZschiessenEinenADLER

06.11.2012, 15:09 Uhr

Nun ja, die ALLIANZ SE hat ja - um bald weltweit präsent zu sein - die Deutschen Kunden jahrelang abgemolken, da wären schon ein paar Milliarden zusammen mit den amerikanischen Prämienzahlungen zur Verfügung stehen, um dem jahrelangen Naturkatastrophen Marketing gerecht werden zu können. WIe heisst es doch so schön: "ALLIANZ wir machen das..." Dann macht es und jammert nicht bzw. verbuchselt eure teure Werbung mit makabren Schäden...
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PS: Bitte sorgen Sie auch dafür, dass der Kunde wenn er in Deutschland bei der ALLIANZ HV (München - Freimann) anruft einen "Fachmann" und keinen Mickey-Mouse-Call-Center-Affen ans Telefon bekommt. Nach 3 Wochen haben wir keine Antwort auf eine banale Anfrage erhalten, mit der sich die Zulagenstelle auskannte, nur innerhalb der ALLIANZ SE die Kommunikationswege und das Transferwissen nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist/war.
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Soviel zum blauen Milliarden-Konzern aus München...
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ALLIANZ die machen das... (mit Sicerheit NiCHT) :-))) zur Zufriedenheit des Kunden. Und genau hier: hapert es beim Konzern seit seit der EURO-Einfühung...
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Abschlussfrage:
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>> Wann kam Kai Diekmann und zerbrach die alten funktionierenden Strukturen und Abteilungen??? <<<
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ALLE MANAGER VERKAUFEN DEN GLAUBEN ES "BESSER" ZU KÖNNEN... Sie können das! Doch! Sie hinterlassen oft mehr Schaden als es mehrere Generationen vor ihnen für möglich hielten... So, ich habe "blau" ähm fertisch :-) alles wird schlechter glauben Sie nicht der WERBUNG oder den POLITIKERN alles - wirklich alles - wird schlechter garantiert!

H_Thieme

06.11.2012, 15:09 Uhr

"Dem Versicherungsdienstleister Eqecat zufolge könnte der Hurrikan (Sandy) in den USA 50 Milliarden Dollar an Werten vernichtet haben und die Versicherungsbranche bis zu 20 Milliarden Dollar kosten." Ja, und? Wenn es solche Ereignisse nicht gäbe, dann gäbe es auch keine Versicherungen gegen Schäden solcher Ereignisse. Auch keine Versicherungssparten, die Gewinne mit der Versicherung solcher Schäden machten. Uns mit der Prophezeiung der Zunahmen solcher Schadensereignisse, das ist ja nun nichts als Werbung für Versicherungen, der Wahrheit entspricht die Verkündigung von Zunahmen von Schadensereignissen nicht. Aber Werbung muss ja nicht immer ganz bei der Wahrheit bleiben.

AffentanzInUnterfoehring

06.11.2012, 15:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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