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16.06.2011

08:36 Uhr

Schuldenkrise in Griechenland

Deutsche Versicherer wollen sich Notverkäufe sparen

Bei deutschen Versicherern besteht Handlungsbedarf. Nach der Herabstufung griechischer Staatsanleihen verhandeln die Unternehmen mit der Finanzaufsicht und dem Ministerium über Ausnahmeregelungen für die Ramschpapiere.

Deutsche Versicherer wollen nicht zum Verkauf ihrer griechischen Staatsanleihen gezwungen werden. Quelle: dapd

Deutsche Versicherer wollen nicht zum Verkauf ihrer griechischen Staatsanleihen gezwungen werden.

BerlinDie deutschen Versicherer verhandeln nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ mit der Finanzaufsicht BaFin und dem Bundesfinanzministerium über weitreichende Erleichterungen im Umgang mit griechischen Staatsanleihen. Das gehe aus einem internen Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an die Vorstände seiner Mitglieder hervor, berichtete das Blatt in einer Vorabmeldung.

Demzufolge will die Branche eine Ausnahme von Regeln, nach denen Anleihen unter einer bestimmten Bonitätsnote nicht im Deckungsstock einer Gesellschaft gehalten werden dürfen. Hintergrund ist die Herabstufung griechischer Staatsanleihen durch Ratingagenturen.

Der GDV argumentiert laut „FTD“, dass die Versicherer kaum griechische Anleihen im Bestand hätten: deutlich weniger als 0,5 Prozent der gesamten Kapitalanlagen von 1,2 Milliarden Euro. Wenn man die Unternehmen jetzt zum Verkauf zwinge, bringe das Verluste und drücke weiter auf die Kurse. Die BaFin will dem Blatt zufolge bis zum Ende der Gespräche griechische Anleihen nicht beanstanden.

Im Deckungsstock, der heute Sicherungsvermögen genannt wird, befinden sich Anlagen zur Deckung aller Ansprüche der Kunden.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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Zahlmeister

16.06.2011, 09:16 Uhr

Da kann sich jeder Versicherte freuen, wenn seine Ansprüche mit griechischen Staatspapieren abgesichert sind. Vielleicht bemerken nun auch mal die geistig etwas trägeren, wie sie von den Versicherungen und vom Staat verarscht werden. Aber diese Hoffnung wird wohl vergebens sein.

Skyjumper

16.06.2011, 10:44 Uhr

Man könnte narrisch werden. Zumindest richtig abschreiben können sollte doch drinnen sein, oder?

Der Verband der Versicherer spricht über 1200 Milliarden Euro Kapitalanlagen, nicht 1,2. Und entsprechend bedeuten 0,5 % davon die Kleinigkeit von 6 Milliarden Euro an Kundenansprüchen die derzeit in Ramschpapieren angelegt sind.

Übrigens sollte man nicht vergessen, dass dieser Betrag nur deshalb noch so hoch sein kann, weil die BaFin vor einem Jahr bereits eine solche Ausnahme nicht nur zugelassen, sondern quasi von den Versicherungen gefordert hatte. Ach ja....wir sprechen hier selbstredent NICHT über die bösen bösen Spekulanten. Das sind die Riesterrenten und sonstigen Lebensversicherungen von uns allen die da gerade vernichtet werden.

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