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15.06.2013

14:20 Uhr

Schutz gegen Katastrophen

Versicherer lehnen Flut-Pflichtversicherung ab

Die Versicherungsunternehmen sehen keinen Grund für eine Pflichtversicherung gegen Flutkatastrophen. Stattdessen fordert die Branche besseren Hochwasserschutz vom Staat.

Eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser findet die Versicherungsbranche unnötig. Stattdessen solle mehr Geld in den Hochwasserschutz investiert werden. dpa

Eine Pflichtversicherung gegen Hochwasser findet die Versicherungsbranche unnötig. Stattdessen solle mehr Geld in den Hochwasserschutz investiert werden.

BerlinDie Versicherungsbranche hat Forderungen nach einer Pflichtversicherung für Hausbesitzer gegen Naturkatastrophen zurückgewiesen. Diese würde Anreize für eigene Schutzmaßnahmen etwa gegen Hochwasser-Schäden zunichtemachen, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, der „Rheinischen Post“ vom Samstag. Zudem wären wegen der schweren Schäden Staatsgarantien in erheblicher Größe nötig. Stattdessen sollte der Staat mehr Geld in den Hochwasserschutz investieren, forderte Erdland. „Andernfalls werden wir uns bei weiter zunehmenden Naturkatastrophen in eine unbezahlbare Spirale aus steigenden Schäden und steigenden Prämien begeben.“

Ausgelöst wurde die Debatte über eine Pflichtversicherung durch die immensen Hochwasserschäden in Nord- und Ostdeutschland. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge wäre eine flächendeckende Elementarschadenversicherung für den Staat und die Steuerzahler billiger als Soforthilfen der Politik. Bund und Länder hatten sich auf einen Nothilfe-Fonds von acht Milliarden Euro verständigt. Im DIW-Modell wäre diese Summe von der Versicherung gedeckt. Nach der Flut 2002 war das Modell der Berliner Forscher am fehlenden politischen Willen der Bundesländer gescheitert.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Mark

15.06.2013, 16:23 Uhr

Da das Wetter privatisiert ist, gilt doch das Verursacherprinzip, einfach Lynn die Rechnung schicken.

heckenschuetze

15.06.2013, 18:20 Uhr

Was soll diese Phantomdiskussion?
In BaWü gibt es bereits eine Pflichtverischerung für Elementarschäden.
Aber für alle! Auch für Besitzer von Eigentumswohnungen in einem achten Stock!
Also das Gesetz anpassen, fertig.
Bezahlen müssen, jetzt, sowieso schon alle!
Also zuerst denken bevor man Blödsinn verzapft.

N_K

15.06.2013, 20:59 Uhr

"Versicherer lehnen Flut-Pflichtversicherung ab"

Klartext (als ehem. Versicherungs-Mitarbeiter):

Bis in die 90-er Jahre gab es in der Gebäudeversicherung das sogenannte MONOPOL, das sich zunächst nur auf das Feuer-Risiko insgesamt beschränkte. In drei Gebieten (Baden, Hohenzollern und Württemberg) gab es zusätzlich eine ELEMENTARSCHADEN-VERSICHERUNG. Im Staatsgebiet Hamburg eine Sturmversicherung (ein Teil der Elementar-V.).

Während die Feuer-Monopol die unterschiedlichsten Versicherungsformen (Zwang, Pflicht, Bannrecht, Wettbewerb und so weiter) verzeichnete, gab es in der Elementar-V. in den genannten Gebieten nur ZWANG, d-h-: Jeder MUSSTE sein Gebäude absichern. Das war GUT!

Daß das »Feuer-Tohuwabohu« der unterschiedlichsten Versicherungsformen durch Wegfall des Monopols beendet wurde (zum Teil waren in der gleichen Straße diverse Hausnummern Pflicht, Monopol oder Wettbewerbsgebiet), ist einerseits zu begrüßen. Andererseits bringt die »freiwillige« (nicht nur) Gebäudeversicherung ziemlichen Unsinn ins Gelände: In erdbebengefährdeten Gebieten (Unter anderen z.B. den Köln-Aachener Raum) lehnen die Versicherer die Risiko-Übernahme ab oder verlangen echte »Abschreckprämien«. Dasselbe gilt für Inhaltsversicherungen, z.B. erweiterte Hausrat oder Geschäftsversicherungen (Feuer, Einbruch, Leitungswasser, Sturm (ERWEITERT um ELEMENTAR!) usw.

Eine Alternative gäbe es:

Orientieren wir uns an der KFZ – Haftpflichtversicherung. Ohne eine solche gibt es keine Zulassung des Fahrzeugs. Dasselbe ist für die Gebäude-, die private Haftpflicht- und (mit Fragezeichen) für die Inhaltsversicherung (z.B. Hausrat) zu empfehlen. Und zwar mindestens von Flensburg bis Garmisch, besser aber – im Euro-Wahnsinn – von Narvik bis Palermo. Alle müssen Müssen! Dann werden die Prämien kalkulierbar- und das ewige Geschachere – wer wieviel wem aus den Rippen leiert – hört auf.

Dafür bräuchte man aber Mut, nicht nur politische DUMMSCHWÄTZEREI !!!!!

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