Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2013

15:00 Uhr

Schweizer Rückversicherer

Swiss Re räumt Lebensversicherungs-Sparte auf

Swiss Re will Kosten und Schulden reduzieren und mit einer attraktiven Dividende dem Konkurrenten aus München zu schaffen machen. Binnen drei Jahren will der Konzern Kosten im dreistelligen Millionenbereich einsparen.

Der Hauptsitz des Rückversicherers Swiss Re in Zürich. dpa

Der Hauptsitz des Rückversicherers Swiss Re in Zürich.

ZürichDer Schweizer Rückversicherer Swiss Re stellt sein Geschäft mit Kranken- und Lebensversicherungen neu auf. Der Umbau werde im kommenden Jahr rund eine halbe Milliarde Dollar kosten, sagte Finanzchef George Quinn am Montag.

Für den Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re bleiben steigende Ausschüttungen an die Aktionäre das oberste Ziel. Kosten und Schulden sollten reduziert und die Sparte Life & Health solle rentabler werden, teilte der Konkurrent des Branchenprimus Münchener Rück am Montag vor einer Investorenveranstaltung mit. „Unsere höchste Priorität bleibt aber die Auszahlung einer attraktiven und steigenden, regulären Dividende”, erklärte Finanzchef George Quinn.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Swiss Re kündigte an, die Kosten bis 2015 um 250 bis 300 Millionen Dollar zu senken. Ein Jobabbau sei damit nicht verbunden, erklärte Quinn. Das eingesparte Geld soll in Bereiche investiert werden, die ein attraktive Rendite versprechen – beispielsweise in den Ausbau des Geschäfts in den Wachstumsmärkten.

Chancen wittert der Konkurrent des Branchenprimus Münchener Rück vor allem in China, Indien, Indonesien, Brasilien und Mexiko. 2015 soll ein Viertel der Prämieneinnahmen in Wachstumsmärkten erzielt werden, 2012 belief sich der Anteil auf 15 Prozent.

Die Eigenkapitalrendite in der Sparte Life & Health will der Konzern bis 2015 auf zehn bis zwölf Prozent verbessern. Der Bereich steht für rund ein Drittel der Prämieneinnahmen. Um die Eigenkapitalrendite zu maximieren will Swiss Re die Verschuldung um mehr als vier Milliarden Dollar zurückfahren. Dazu sollen unter anderem vorrangige Verbindlichkeiten zurückgekauft werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×