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18.06.2011

16:55 Uhr

Schweizer Versicherer

Baloise-Chef begrüßt niedrigen Garantiezins

ExklusivBaloise-Chef Martin Strobel lobt die niedrige Garantiezinsen in deutschen Lebensversicherungen – und kritisiert den Widerstand der deutschen Versicherer. VON THOMAS SCHMITT.

Baloise-Chef Martin Strobel Quelle: Pressefoto

Baloise-Chef Martin Strobel

Düsseldorf„Ich habe mich sehr gefreut über die Senkung des Garantiezinses von 2,25 auf 1,75 Prozent“, sagte Baloise-Chef Martin Strobel in einem Interview mit dem Handelsblatt. Für den Widerstand der meisten deutschen Versicherer gegen die Entscheidung des Finanzministeriums habe er wenig Verständnis. In dem heutigen Zinsumfeld sei für ihn völlig klar: „1,75 Prozent ist die richtige Zahl, wenn man risiko- und marktgerecht das Geschäft steuert.“

Es stehe ja jedem Versicherer frei, eine höhere Gesamtverzinsung zu zahlen. Der Konkurrenzkampf solle sich daher bei den Überschüssen abspielen. Ganz abschaffen will er den Garantiezins in der Lebensversicherung allerdings nicht: Dieser sei „sehr wichtig, um Produkte für die Altersvorsorge zu verkaufen“. Dadurch unterschieden sich die Versicherer von den Banken.

Zu den Sex-Parties von HMI-Vermittlern innerhalb der Ergo sagte Strobel: Das Gros der mehr als 250000 Versicherungsvermittler in Deutschland seien ganz bodenständige und solide Menschen, die gute Lösungen für ihre Kunden suchten. „Wir müssen aufpassen, dass durch solch einen Einzelfall nicht eine ganze Branche in Verruf gerät.“

Von

itt

Kommentare (1)

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KLV-Check

20.06.2011, 08:49 Uhr

der Garantiezins ist ein reines Marketinginstrument. Dem Kunden hilft diese schwammige Kennzahl sowieso nicht, denn sie wird nur auf den Gewinnanteil seiner Prämien nach Abzug aller Kosten gezahlt. Da reelle Zins liegt daher weit darunter. Hinzu kommt, dass der Versicherer den Gewinnanteil nach Gutdünken festsetzen kann. Die Kapitallebensversicherung funktioniert doch im Prinzip so: die ersten Jahre stottert der Kunde die Vertriebskosten ab. Erwirtschaftet die KLV später dann tatsächlich Überschüsse, werden davon zunächst die Aktionäre gefüttert. Der klägliche Rest wird dem Kunden hauptsächlich in Form von Schlussüberschüssen gewährt, die rund 70% von diesen aber nie erleben, weil sie bereits vorher das Handtuch geworfen haben. Daher

KLV = KVV ("Kapitalvernichtungsversicherung")

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