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01.06.2011

15:26 Uhr

Sex-Skandal

Jürgen Klopp trennt sich von Ergo

VonSönke Iwersen

ExklusivMit ihrem neuen Schmuddelimage vergrault die Ergo-Versicherung die Werbepartner. Als erster kündigte Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp - und löste damit einen Streit ums Geld aus.

Will kein Ergo-Gesicht mehr sein: Jürgen Klopp. Quelle: dapd

Will kein Ergo-Gesicht mehr sein: Jürgen Klopp.

Die Versicherungsgruppe Ergo und der Fußballtrainer Jürgen Klopp haben ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Ergo dem Handelsblatt auf Anfrage bestätigte, stellt der Trainer des neuen deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund sämtliche Werbeaktivitäten für den skandalgeschüttelten Versicherer ein. Die Trennung sei in beiderseitigem Einvernehmen geschehen, der Aufhebungsvertrag unterschrieben.

Meistertrainer Jürgen Klopp hatte dem Handelsblatt vor zehn Tagen gesagt, er lasse seinen Vertrag mit Ergo ruhen, bis die Versicherung ihren Sex-Skandal komplett aufgeklärt habe. Wie zuvor bekannt geworden war, organisierte die zur Ergo gehörige Versicherung Hamburg-Mannheimer (HMI) im Juni 2007 für ihre 100 besten Vertreter und Führungskräfte eine Sex-Orgie in der historischen Gellert-Therme in Budapest.

Zu der Veranstaltung waren mindestens 20 Prostituierte geladen, die nach jedem Liebesdienst mit einem Stempel am Unterarm markiert wurden. "Was man von dieser Reise liest, kann man nur aufs Schärfste verurteilen", sagte Klopps Berater, Marc Kosicke, dem Handelsblatt. "Solange nicht klar ist, ob heute noch Teilnehmer der Reise für die Hamburg-Mannheimer aktiv sind, wird Herr Klopp keine Vorträge mehr für das Unternehmen halten."

Doch diese Garantie kann Ergo offenbar nicht geben - und Klopp zog die Konsequenzen. Noch in der vergangenen Woche forderte er Ergo auf, sein Video auf der Internetseite des Ergo-Vertriebs HMI abzuschalten. Prompt verschwand das Video, sogar die Pressemeldung, mit der Ergo im Juli 2010 die Zusammenarbeit mit Klopp bekanntgab, wurde gelöscht. Nach Angaben von Klopp geschah dies auf seinen Wunsch. Ergo dagegen teilte mit: "Versehentlich hat ein Mitarbeiter verschiedene Webseiten mit dem Konterfei von Herrn Klopp offline gestellt." Am nächsten Tag war das Video wieder zu sehen.

Kommentare (6)

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01.06.2011, 15:56 Uhr

Wie interessant und vor allem wichtig! "Brot und Spiele" lassen grüßen! So lange mehr Leute regelmäßig zum Fußball gehen, als zum Demonstrieren auf die Straße, ist für Merkel & Co. alles in bester Ordnung für ein "weiter so", auch dank eines Herrn Klopp!

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01.06.2011, 16:19 Uhr

Seit wann ist das Handelsblatt für die Aufdeckung solcher Skandälchen zuständig? Spätestens wenn der Trennung vom Sponsoring-Partner ganz oben auf der Seite erscheint lese ich dann lieber gleich DIE Boulevard-Zeitung in Deutschland.
Es reicht!

Account gelöscht!

01.06.2011, 16:41 Uhr

Wenn alle Spieler aufhören die schon mal in einem Puff waren, gäbe es höchstens noch 4 Mannschaften. Schon erstaunlich Mr. Saubermann, keine Leistung erbringen, aber Geld verlangen. Sowas soll im Bordell ja auch öfter vorkommen.

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