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10.06.2013

14:30 Uhr

Signal Iduna

BVB-Sponsor sonnt sich im Vereinserfolg

VonThomas Schmitt

Der Versicherer Signal Iduna hält die Namensrechte am Stadion von Borussia Dortmund und profitiert zumindest durch eine höhere Bekanntheit vom Vereinserfolg. Die Flut-Folgen könnten die Bilanz aber beeinträchtigen.

Liegestuhl im Signal-Iduna-Park. dpa

Liegestuhl im Signal-Iduna-Park.

DortmundWenn Reinhold Schulte aus dem Bürofenster blickt, sieht der Chef des Versicherungskonzerns Signal Iduna etliche gelbe Pfeiler, die aus einer Grünanlage herausragen. Fast in Rufweite der Firma liegt das Stadion von Borussia Dortmund (BVB). Schulte ist ein leidenschaftlicher Fan des Clubs mit den Vereinsfarben schwarz-gelb und sitzt bei vielen Heimspielen auf der Ehrentribüne. Nicht nur das: Sein Arbeitgeber ist auch ein großer Sponsor des Vereins.

Da ist wohl zu erwarten, dass man ihn nach seinem altersbedingten Rückzug von der Firmenspitze auch künftig noch öfter im Stadion sieht? „Sie meinen den Signal-Iduna-Park!“, mahnt Schulte. Es ist einer seiner letzten großen öffentlichen Auftritte. Denn im Januar ist er 65 Jahre alt geworden – nach 16 Jahren als Vorstandschef gibt er den an Finanzvorstand Ulrich Leitermann weiter.

Das geht auch deshalb gut, weil der BVB gut dasteht. Es sei durch den Erfolg des Vereins gelungen, auch als Unternehmen überregional viel bekannter zu werden. Die Markenbekanntschaft habe deutlich zugenommen. Und das ist wichtig für einen Versicherer. Denn wenn der Vertreter nicht mehr viel erklären muss und man sofort über Fußball reden kann, wird auch das Verkaufen hinterher oft leichter.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Etwas Kopfschmerzen bereitet dem Versicherer allerdings das Hochwasser in weiten Teilen Deutschlands. Das Unternehmen rechnet mit einem Schaden von 50 Millionen Euro bei den eigenen Versicherern, das wäre mehr als beim Hochwasser 2002.

In den Zahlen der Gruppe spiegelt sich das positivere Image rund um die Marke Signal Iduna bisher nur bedingt wider. So stiegen die Einnahmen im vergangenen Jahr nur leicht auf 5,5 Milliarden Euro. Besonders gut entwickeln sich derzeit die beiden privaten Krankenversicherer der Gruppe, die Signal und der Deutsche Ring. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten seien die Beiträge für die Versicherten in den vergangenen Jahren eher moderat gestiegen: um 2,1 und 2,7 Prozent pro Jahr in fünf Jahren. Das sei weniger als die jährliche Steigerung der Gesundheitskosten und auch weniger als der Beitragsanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), verkündete der Versicherer stolz.

Nicht nur das: Auch die Kapitalanlagen werfen mehr ab als anderswo. Mit dem Ergebnis, dass die Nettoverzinsung der beiden Krankenversicherer erneut über vier Prozent im vergangenen Jahr lag: 4,2 Prozent bei der Signal und 4,4 Prozent beim Deutschen Ring. Das liegt deutlich über dem wichtigen Rechnungszins in der PKV von 3,5 Prozent.

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