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30.06.2011

17:57 Uhr

Sparkassen-Versicherer

Großes Auf und Ab bei der Lebensversicherung

Die Sparkassen-Versicherer rechnen in diesem Jahr in der Lebensversicherung mit einem stark schrumpfenden Geschäft. Im ersten Quartal halbierten sich die neuen Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte der Verband der öffentlichen Versicherer gestern mit.

Auch bei der Provinzial sind die Beitragseinnahmen gestiegen. Quelle: dpa

Auch bei der Provinzial sind die Beitragseinnahmen gestiegen.

DüsseldorfDer Rückgang relativiert sich dadurch, dass die Versicherer aus dem Sparkassen-Lager zuletzt ungewöhnlich stark gewachsen sind. 2010 stiegen die Beiträge im Neugeschäft mit Lebensversicherungen um knapp 54 Prozent auf über fünf Milliarden Euro.

Viele der Versicherer haben sich mit sogenannten Einmalbeiträgen vollgesogen. Dabei zahlen die Kunden eine hohe Summe auf einen Schlag in eine Lebensversicherung ein, anstatt kontinuierlich Beiträge zu entrichten. Viele Kunden betrachteten dies in der Wirtschaftskrise als lukrative Alternative zum niedrig verzinsten Tagesgeld.

Nun kehrt sich der Trend um: Die Kunden finden anderswo attraktivere Angebote. Die Versicherer versuchen aber auch selbst, das als volatil und unberechenbar geltende Geschäft zu beschränken. Kritiker monieren seit längerem, dass zu hohe Zinsen für kurzfristige Anleger zulasten der Rendite für Bestandskunden gehe. „Wir haben ganz klar gegen die Zinsjäger Position bezogen“, sagte der Verbandschef Friedrich Schubring-Giese. Viele Versicherer würden die Zinsen inzwischen etwa so staffeln, dass nur langfristige Anleger hohe Renditen erzielen können.

Im Jahr 2010 stiegen die Beitragseinnahmen der Versicherer um elf Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis sank leicht - um zehn Millionen - auf 802 Millionen Euro. Die Öffentlichen hätten sich damit positiv vom Markt abgesetzt, sagte Schubring-Giese.

Zu den Sparkassen-Versicherern zählen elf regionale Versicherer, darunter etwa die Versicherungskammer Bayern, die SV Sparkassenversicherung oder die Provinzial. Die öffentlichen Versicherer liegen mit einem Marktanteil von 11,2 Prozent auf Platz zwei hinter der Allianz.

Von

mde

Kommentare (1)

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KLV-Check

01.07.2011, 08:30 Uhr

die klassische Kapitallebensversicherung ist mit Wegfall des Steuerprivilegs 2005 mausetot. Da haben sich die Versicherer gedacht "kein Neugeschäft mehr - keine Rücksichten mehr" und begonnen, das Vermögen ihrer Bestandskunden mit Einmalprämiengeschäften zu verjubeln. Dass dies nun eingestellt wurde, ist anders als im Artikel vorgegaukelt aber nicht freiwillig geschehen, sondern erst nach massivem Druck der Bafin letztes Jahr!

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