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22.06.2011

11:19 Uhr

Sparkassenversicherer

Provinzial Nordwest verdient deutlich weniger

VonThomas Schmitt

Frost, Regen, Feuer - erhöhte Schadenaufwendungen schmälern im vergangenen Jahr den Verdienst des Versicherers beträchtlich. Und dann gehen auch noch zwei Vorstände.

Zentrale der Provinzial Nordwest. Quelle: PR

Zentrale der Provinzial Nordwest.

Quelle: PR

FrankfurtDie Provinzial Nordwest Versicherungsgruppe hat 2010 fast ein Drittel weniger verdient. Der Jahresüberschuss des Konzerns sei von 110,6 Millionen Euro auf 74,8 Millionen Euro gesunken, teilte der Sparkassenversicherer in Münster mit. Die Gruppe ist Marktführer in Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Als Grund für den Gewinnrückgang nannte die Gruppe deutlich erhöhter Schadenaufwendungen. Vor allem witterungsbedingte Schäden in der Gebäudeversicherung, Großschäden durch Feuer sowie Leitungswasserschäden als Folge der langen Frostperioden hätten im ersten und vierten Quartal 2010 belastet. Eine Vielzahl von Glatteisunfällen schmälerte die Bilanz in der Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung.

Dennoch sei das Ergebnis insgesamt gut, urteilte das Management. Mit einem Wachstum der Gesamtbeitragseinnahmen um 1,7 Prozent auf 3,22 Mrd. Euro habe die Provinzial Nordwest ihre Position als regional verankerte große deutsche Versicherungsgruppe gefestigt.

Alle drei Schaden- und Unfallversicherer der Gruppe, die Westfälische Provinzial Versicherung AG, die Provinzial Nord Brandkasse AG und die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG, seien in ihren regionalen Märkten über dem Marktdurchschnitt gewachsen und hätten einen positiven Ergebnisbeitrag für die Gruppe geliefert.

In der Lebensversicherung sei das umstrittene Geschäft mit Einmalbeiträgen bewusst begrenzt worden. Dadurch habe die Gruppe auf ein noch höheres Beitragswachstum verzichtet, um mögliche negative Impulse auf den Versicherungsbestand zu vermeiden. So wuchs der Neubeitrag gegenüber dem außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau nochmals um 7,3 Prozent auf 644,9 (601,2) Millionen Euro. Das sei vor allem auf den erneuten Anstieg der Einmalbeiträge um 8,3 Prozent auf 552,2 (509,9) Millionen Euro zurückzuführen. Im Branchenschnitt saugten sich die Versicherer dagegen deutlich stärker mit Einmalbeiträgen voll. Hier sei eine Steigerung von 33,9 Prozent zu verzeichnen.

Außerdem wurde gestern Abend angekündigt, dass im Konzern der Provinzial Nordwest zwei Vorstände gehen. Die Verträge von Roland Drasl und Michael Schütze laufen Ende März 2012 aus und wurden nicht verlängert. Gründe dafür nannte der Sparkassenversicherer mit Schwerpunkt in Westfalen sowie in Norddeutschland nicht. Die Trennungen erfolgten im gegenseitigen Einvernehmen und wurden am Vorabend der Bilanz-Pressekonferenz bekannt gegeben.

Der 56 Jahre alte Roland Drasl ist Mitglied des Vorstandes der Westfälischen Provinzial. Drasl war seit April 2007 in der Provinzial, vorher war er in verschiedenen Positionen bei der R+V Versicherung tätig. Michael Schütze (45) ist Mitglied des Vorstandes der Provinzial Nord Brandkasse. Schütze war vor seinem Wechsel in den Vorstand der Provinzial Nord im April 2009 als Hauptabteilungsleiter für die Westfälische Provinzial Versicherung AG tätig.

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