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24.02.2014

14:40 Uhr

Stellenabbau

Barmer GEK ersetzt Mitarbeiter durchs Telefon

Die Krankenkasse Barmer GEK streicht 3500 Vollzeitstellen. Die Zahl der Geschäftsstellen soll drastisch sinken. Der Service soll aber angeblich nicht leiden. Verdi fordert umgehende Tarifverhandlungen.

Die Barmer GEK Ersatzkasse plant die Streichung von 3500 Vollzeitstellen. dpa

Die Barmer GEK Ersatzkasse plant die Streichung von 3500 Vollzeitstellen.

Düsseldorf/BerlinDie zweitgrößte deutsche Krankenkasse, Barmer GEK, will umfassend umstrukturieren. Mittelfristig würden 3500 Stellen abgebaut, teilte der Vorstandsvorsitzende Christoph Straub am Montag in einer Erklärung mit. Bislang hat die Kasse etwa 15.000 Beschäftigte. Die Zahl der Geschäftsstellen soll von rund 800 auf etwa 400 reduziert werden.

Die Kasse werde stattdessen in Telefon- und Onlineservices investieren, kündigte Straub an. Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund von Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, die für die kommenden Jahre erwartet werden.

Die größten Krankenkassen in Deutschland

Platz 10

Krankenkasse: AOK Niedersachsen

Versichertenzahl: rund 2,5 Millionen

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit; dfg-Dienst für Gesellschaftspolitik; eigene Recherche

Platz 9

Krankenkasse: AOK Nordwest

Versichertenzahl: rund 2,8 Millionen

Platz 8

Krankenkasse: AOK Rheinland/Hamburg

Versichertenzahl: rund 3,0 Millionen

Platz 7

Krankenkasse: AOK Plus

Versichertenzahl: rund 3,1 Millionen

Platz 6

Krankenkasse: IKK Classic

Versichertenzahl: rund 3,3 Millionen

Platz 5

Krankenkasse: AOK Baden-Württemberg

Versichertenzahl: rund 4,2 Millionen

Platz 4

Krankenkasse: AOK Niedersachsen

Versichertenzahl: rund 4,4 Millionen

Platz 3

Krankenkasse: DAK-Gesundheit

Versichertenzahl: rund 5,8 Millionen

Platz 2

Krankenkasse: Barmer GEK

Versichertenzahl: rund 9,4 Millionen

Platz 1

Krankenkasse: Techniker

Versichertenzahl: rund 9,8 Millionen

Angesichts der Stellenabbau-Pläne fordert die Gewerkschaft Verdi umgehend Tarifverhandlungen. „Es darf keinen Kahlschlag zulasten der Versicherten und der Beschäftigten geben“, sagte am Montag Verdi-Bundesvorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber. Wenn ein sozialverträglicher Umbau gewollt sei, gehe das nur mit enger Einbindung der Beschäftigten und ihrer Vertreter. „Ein Tarifvertrag zur Reorganisation und zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen ist deshalb unverzichtbar.“ Verdi kritisierte, die Beschäftigten hätten vom geplanten Abbau von 3500 Stellen aus Medien erfahren.

Über das Sparprogramm hatten am Sonntagabend zunächst der WDR und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Ein entsprechendes Konzept des Vorstands sei laut Informationen des WDR am Freitag vom Verwaltungsrat abgesegnet worden. Die Beschäftigten sollten nach Angaben des Senders erst am Mittwoch davon erfahren.

Der Stellenabbau soll „in enger Abstimmung mit der Personalvertretung sozialverträglich umgesetzt“ werden, teilte Straub mit. Im ARD-„Morgenmagazin“ vermied er aber die Antwort auf die Frage nach betriebsbedingten Kündigungen. „Das ist kein Sparprogramm, sondern wir verändern uns mit dem Trend der Zeit.“ Es gehe darum, das Unternehmen im Interesse der Kunden zu verändern.

„Unsere Analysen zeigen, dass immer mehr Versicherte ihre Anliegen am Telefon oder im Web erledigen und weniger in die Geschäftsstellen kommen“, erläuterte Straub in seiner Erklärung. Die Erreichbarkeit vor Ort bleibe mit der neuen Geschäftsstellenstruktur erhalten. „Wir erhöhen die Servicekompetenz, indem mehr Mitarbeiter in Geschäftsstellen arbeiten, um einen Rund-um-Service zu garantieren. Auch werden die Öffnungszeiten bundesweit vereinheitlicht und verlängert.“ Zudem seien mobile Geschäftsstellen geplant.

Kommentare (10)

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Nachwuchs

24.02.2014, 10:52 Uhr

Das ist der wirtschaftliche Aufschwung, wie ihn unsere Regierung und Frau Merkel uns verkauft. Kein Wunder, das die Arbeitslosenzahl rapide sinkt!

Joker1

24.02.2014, 11:27 Uhr

Wieso wurde der "Apparat" so aufgebläht?
Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts kann langgediente Angestellte und vor allem Führungskräfte nicht so ad hoc entlassen; das kostet doch richtig viel Kohl

VICTOR_KRUGER

24.02.2014, 12:19 Uhr

Viele Barmer-Beschäftigte erhalten nun den
goldenen Handschlag.

Zwei Betriebsrenten haben sie eh.

Bezahlt werden die sogenannte Umstrukturierung
sowie die üppigen Versorgungsleistungen
von den Versicherten.

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