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08.12.2011

12:50 Uhr

Strukturvertrieb HMI

Ergo räumt nach den Skandalen auf

VonThomas Schmitt

Der umstrittene Finanzvertrieb verliert seine drei führenden Köpfe. Die Organisation bleibt, die Berater sollen aber besser ausgebildet werden. Der Versicherer entdeckt Beratungsfehler und Einflussnahme auf Manager.

Zentrale des Versicherungskonzerns Ergo in Düsseldorf. dpa

Zentrale des Versicherungskonzerns Ergo in Düsseldorf.

DüsseldorfDer Versicherer Ergo reagiert auf die Skandale dieses Jahres mit einem Neustart seiner umstrittenen Vertriebsorganisation HMI. Die 9600 Vermittler der Organisation verlieren ab Januar ihre drei führenden Köpfe, die sogenannten „Urgeneräle“. Es handele sich dabei um Wolfgang Thust, Manfred Rump und Herbert Knoll, sagte Ergo-Vorstand Rolf Wiswesser am Donnerstag in einer Telefonkonferenz des Versicherers auf Nachfrage von Journalisten. Mit diesen drei Personen seien die Verträge einvernehmlich aufgelöst worden, ab Januar seien sie aus der HMI-Organisation raus. Die geplanten Veränderungen bei HMI würden die drei Urgeneräle mittragen.

Wiswesser legte in der Telefonkonferenz ein deutliches Bekenntnis zu der Organisationsform ab. „Ergo wird auch künftig einen Strukturvertrieb haben“, sagte er. Allerdings soll eine Qualitätsoffensive gestartet werden, um die Beratung der Kunden zu verbessern. Damit reagiert der Versicherer auf die zahlreichen Skandale, über die im Laufe des Jahres berichtet worden war. Für besonderes Aufsehen hatte eine Lustreise der HMI nach Budapest gesorgt, wo eine Sex-Orgie mit Prostituierten stattfand. Dies bezeichnet Ergo offiziell als „Fehlverhalten einiger“. Doch auch Beratungsfehler waren dem Versicherer vorgeworfen worden.

In der Telefonkonferenz bestritt der Versicherer, dass die Vertragsauflösung mit den drei Alt-Generälen etwas mit der umstrittenen Vertreterreise nach Ungarn zu tun gehabt habe. Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky antwortete: „Das hat nichts mit Budapest zu tun, es waren auch nicht alle drei bei der Reise dabei.“ Keine Angaben machte der Versicherer zu einer Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin, er bestätigte nur, dass ein Schreiben eingegangen sei. Keine Aussage gab es auch zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit den Ergo-Skandalen.

Stattdessen hob Ergo den Neustart von HMI hervor. Als sichtbares Zeichen dafür, dass für die Vertriebsorganisation HMI der gleiche hohe Qualitätsanspruch gelte wie für die anderen Vertriebsorganisationen, werde sich die HMI unter Verwendung der Marke Ergo im Januar 2012 umbenennen. „Wir sind überzeugt, dass die Vertriebsform Strukturvertrieb mit unserem Leitbild „Versichern heißt verstehen“ ebenso in Einklang stehen kann wie alle anderen Vertriebswege der Ergo Versicherungsgruppe“, erklärte Oletzky. Die Forcierung der Qualitätsoffensive konzentriere sich auf die Bereiche Beratungsqualität, Kundenbetreuung, Steuerung sowie Kultur und Werte.

Kommentare (12)

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Ergo-Sex

08.12.2011, 13:52 Uhr

die Katze läßt das Mausen nicht


und ERGO wird auch weiterhein seine Starverkäufer in Rahmen von LUST-RESISEN motivieren.

leadership

08.12.2011, 14:14 Uhr

mit sicherheit!!

mit oder ohne compliance - die kunden leiden immer darunter, wenn unter druck (motivation) verkauft wird...

ute_udli@web.de

08.12.2011, 14:14 Uhr

Ich hoffe die Allianz, die Deutsche Vermögensberatung, die AXA und wie sie alle heißen werden nur halb so unter die Lupe genommen! DA TUN SICH DIE GLEICHEN ABGRÜNDE AUF! Nur scheinen diese Gesellschaften einen besseren Leumund zu haben...oder schützende Hände - oder befreundete große Zeitungsverlage!

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