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28.08.2011

12:52 Uhr

Sturmschäden

Hurrikan bringt Versicherer zum Zittern

VonMichael Detering

Die Versicherungsbranche schaut gebannt nach New York. Wenn der Wirbelsturm die Stadt verwüstet, würde das die gebeutelte Branche hart treffen. Experten machen aber Hoffnung.

Wirbelsturm

Tote durch Hurrikan „Irene”

Wirbelsturm: Tote durch Hurrikan „Irene”

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Der Hurrikan "Irene" trifft die Versicherungsbranche in einem Jahr, in dem sie eh schon arg gebeutelt ist. Das Jahr begann mit teuren Erdbeben und Überschwemmungen in Australien und Neuseeland, dann kam die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan. Zuletzt belastete eine kostspielige Tornado-Serie in den USA die Bilanz.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Nun trifft mit "Irene" gleich der erste schwere Sturm der Hurrikan-Saison im Atlantik auf die dicht besiedelte US-Ostküste und New York. Seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1851 haben nur fünf Hurrikane mit hoher Geschwindigkeit New York erreicht, der letzte war Hurrikan „Gloria“ im Jahr 1985.

Wie stark der Hurrikan die Versicherer belasten wird, lässt sich noch nicht sicher abschätzen. Da sich der Hurrikan aber bis nach New York stark abgeschwächt hat, gehen Experten nicht mehr von dramatischen Zahlen aus. Die Experten von Kinetic Analysis, einem auf die Berechnung von Sturmschäden spezialisierten amerikanischen Unternehmen, nannten in den vergangenen Tagen verschiedene Größenordnungen, je nachdem welche Route der Hurrikan einschlägt. Im schlimmsten Fall könnte der Hurrikan bis zu 20 Milliarden Dollar kosten, hieß es zunächst, inklusive etwa der Kosten für Produktionsausfälle oder die Unterbrechung des Schiffs- und Flugverkehrs. Knapp 14 Milliarden Dollar seien dabei versicherte Schäden.

Gestern wurde Kinetic Analysis dann in amerikanischen Medien mit deutlich niedrigeren Zahlen zitiert: „Irene“ könnte in den USA gesamtwirtschaftliche Schäden von 6,5 Milliarden Dollar anrichten. Der Hurrikan wird daher trotz seiner gefährlichen Route entlang der US-Ostküste wahrscheinlich nicht zu den besonders teuren Wirbelstürmen gehören. Zum Vergleich: Hurrikan „Katrina“, der 2005 New Orleans verwüstete, verursachte Schäden von 125 Milliarden US-Dollar, davon waren 62 Milliarden US-Dollar versichert.

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