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29.04.2016

10:24 Uhr

Swiss Re

Rückversicherer überrascht Analysten

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat rund 15 Prozent weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Dennoch hat das Unternehmen die Markterwartungen übertroffen.

Mit 1,23 Milliarden Dollar stand unter dem Strich um 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt 986 Millionen Dollar Gewinn prognostiziert. dpa

Swiss Re

Mit 1,23 Milliarden Dollar stand unter dem Strich um 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt 986 Millionen Dollar Gewinn prognostiziert.

ZürichDer Schweizer Rückversicherer Swiss Re ist mit einem Gewinnrückgang ins Jahr gestartet. Ebenso wie der Branchenprimus Münchener Rück klagt auch der Konzern aus Zürich über Preisdruck in der Schadenversicherung. Dank der verstärkten Ausrichtung auf maßgeschneiderte Versicherungen für große Kunden sieht sich der zweitgrößte Rückversicherer der Welt aber gut gerüstet, in dem widrigen Umfeld zu bestehen. Münchener-Rück-Vorstandschef Nikolaus von Bomhard hatte jüngst die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr gedämpft.

"Tiefe Zinsen und nachlassende Rückversicherungspreise machten der gesamten Branche weiterhin zu schaffen", erklärte Swiss-Re-Konzernchef Michel Lies am Freitag. Große und maßgeschneiderte Transaktionen, mit den sich die Schweizer von der Konkurrenz abheben können, gewinnen deshalb immer mehr an Bedeutung.

Im ersten Quartal sank der Gewinn um 15 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Zwar blieb das Unternehmen von teuren Großschäden verschont und verdiente auch gut mit seinen Kapitalanlagen. Anders als im Vorjahr gab es aber keinen Gewinnsprung in der Lebensversicherungssparte. Zudem musste der Konzern mehr Geld für Schäden durch schwere Erbeben in Neuseeland in den Jahren 2010 und 2011 und für Asbest-Risiken zurücklegen. Zudem blieben die Prämien für Naturkatastrophen unter Druck, auch wenn sich die Preiserosion Swiss Re zufolge verlangsamt hat. Das spiegelt sich auch in der Rentabilität wieder. In der Schadenversicherung verschlechterte sich der Schaden-Kosten-Satz um neun Prozentpunkte auf 93,3 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

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Das vergangenen Jahr war mit 198 Naturkatastrophen ein Rekordjahr für die Versicherungswirtschaft. Nie wurden mehr Unglücke verzeichnet. Doch weil es keine schwere Wirbelstürme in den USA gab, blieb es relativ günstig.

Die Prämieneinnahmen steigerte Swiss Re in den ersten drei Monaten konzernweit um fünf Prozent auf 7,94 Milliarden Dollar. Der Konzern bekräftigte seine Finanzziele. "Das Erreichen dieser Ziele bleiben unsere Top-Priorität", sagte Finanzchef David Cole. Im Schnitt soll das Eigenkapital mindestens sieben Prozent mehr Ertrag abwerfen als zehnjährige US-Staatsanleihen. Aktuell entspräche das einer Eigenkapitalrendite von knapp neun Prozent. Nach drei Monaten waren es 14,6 Prozent. Das Eigenkapital je Aktie soll jährlich um zehn Prozent steigen. Zudem stellt der Konzern aus Zürich seinen Aktionären steigende Dividenden in Aussicht.

An der Börse schlug der Quartalsbericht keine Wellen. Die Swiss-Re-Aktien verloren zwar ein Prozent, hielten sich damit aber etwas besser als der schwache europäische Versicherungssektor. Börsianer zeigten sich von der Höhe des Quartalsgewinns positiv überrascht.

Die größte Geschäftssparte Rückversicherung wird ab Juli von Moses Ojeisekhoba geleitet. Er folgt Christian Mumenthaler nach, der im Februar zum Nachfolger des dann in Pension gehenden Konzernchefs Lies ab Juli ernannt wurde.

Von

rtr

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