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04.06.2013

08:14 Uhr

Systemrelevant?

US-Aufseher untersuchen AIG, Prudential und GE Capital

Die US-Finanzaufsicht nimmt sich AIG, Prudential und die die Finanzsparte von GE vor. Die Aufseher wollen die drei Unternehmen als systemrelevant einstufen. Damit ist eine deutlich strengere Kontrolle verbunden.

Dem US-Versicherungsriesen AIG wird künftig wohl mehr auf die Finger geschaut. dpa

Dem US-Versicherungsriesen AIG wird künftig wohl mehr auf die Finger geschaut.

WashingtonDie US-Versicherer AIG und Prudential sowie die Finanzsparte des Industriekonzerns GE müssen sich in den USA auf eine strengere Überwachung einstellen. Die Finanzaufseher schlugen am Montag vor, die drei Unternehmen als „systemrelevant“ einzustufen. Die Aufseher nannten die Namen der betroffenen Firmen zwar nicht, alle drei erklärten aber, eine entsprechende Mitteilung bekommen zu haben.

Die Unternehmen können nun eine Anhörung beantragen, nach der endgültig über die Einstufung als systemrelevant entschieden wird.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Systemrelevante Institute müssen an regelmäßigen Belastungstests teilnehmen, sich an neue Kapitalanforderungen halten und ein sogenanntes Testament vorlegen, das die Abwicklung im Fall einer Pleite regelt. Bisher stehen acht Clearing-Häuser und andere Finanzfirmen auf einer entsprechenden Liste. Beobachter hatten schon länger damit gerechnet, dass diese Liste erweitert wird.

Von

rtr

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