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20.08.2011

10:56 Uhr

Talanx-Chef Haas

„Euro-Rettung nur mit Transferunion“

Herbert Haas, Chef des drittgrößten deutschen Versicherungskonzerns Talanx, hält einen EU-weiten Finanzausgleich für unausweichlich. Talanx selbst ist von der Schuldenkrise kaum betroffen und strebt weitere Investitionen an.

Herbert Haas dpa

Herbert Haas

HannoverDer Chef des drittgrößten deutschen Versicherungskonzerns Talanx, Herbert Haas, hält angesichts der Schuldenkrise in Europa einen EU-Finanzausgleich für unausweichlich. „Wenn man die EU und den Euro retten will, wird man um eine Transferunion mittelfristig nicht herumkommen“, sagte Haas in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Wichtig seien zunächst aber klare Signale der Politik, wie sie die Schuldenkrise bewältigen will.

Die Ansätze von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, ihr Eintreten für eine Schuldenbremse und eine einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik seien richtig, sagte Haas. „Erst müssen wir klare Spielregeln finden und in einem zweiten oder dritten Schritt darüber nachdenken, ob wir Eurobonds begeben können oder nicht.“ Am Ende sei ein Finanzausgleich zwischen den EU-Mitgliedstaaten aber wohl nicht zu verhindern - auch wenn das bedeuten würde, dass der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Das sei die Zeche für den Wohlstand, den die Deutschen in hohem Maße der EU zu verdanken hätten, meinte Haas.

Die Versicherer stünden derzeit wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten vor besonderen Herausforderungen. „Da bleibt ihnen nur eins - die Flucht in die Sicherheit“, sagte der Talanx-Chef. Kurzfristig sieht er zwar noch keine dramatischen Auswirkungen oder große Verwerfungen. „Wenn es aber bei so niedrigen Zinsen bleibt, dann haben Versicherer ein ernstes Problem.“ Bezüglich brisanter Anlagen in Krisenländern habe Talanx keinen Grund zur Sorge: Investitionen in Griechenland, Italien, Irland und Spanien machten zusammen gerade einmal 1,6 Prozent des Portfolios aus.

Kommentare (27)

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Ondoron

20.08.2011, 11:38 Uhr

Dann überlegt die Eurozone eben nicht. Was ist daran schlimm? In der ausländischen Presse wird schon verlangt, dass Deutschland die Eurozone verlässt und unter französischer Führung Eurobonds für die verbliebenen auflegt. Sehr sympathisch! Es wäre die Zweiteilung der Eurozone und Nord und Süd. Das kann funktionieren. Und die Schweiz würde sich der Nordzone anschließen, um die Frankenprobleme zu lösen.

Eine Transferunion würde auf Dauer nie funktionieren! Es kann nicht zusammengezwungen werden, was wirtschaftlich nicht zusammen paßt!

Account gelöscht!

20.08.2011, 11:38 Uhr

Auf die Versicherungen müssen wir diesbezüglich sicher nicht hören.

Alex

20.08.2011, 11:59 Uhr

Der hat ja wohl einen Vogel. Wenn jemand der EU etwas zu verdanken hat sind das die Konzerne, und die sollen gefälligst zur Kasse gebeten werden und nicht der deutsche Steuerzahler, der seit der Euro-Einführung mit der Verdopplung der Preise zu kämpfen hat und sich jetzt auch noch Sorgen um seine Ersparnisse machen muss.

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