Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2012

11:44 Uhr

Transparenz-Studie

Schlechte Noten für Banken und Versicherer

Viele Konzerne weltweit haben laut einer Studie von Transparency International immer noch nebulöse Strukturen - vor allem Banken und Versicherer. Vergleichsweise gut ist die Transparenz bei zwei deutschen Dax-Firmen.

Nach wie vor herrschen bei vielen Konzernen undurchsichtige Strukturen. dpa

Nach wie vor herrschen bei vielen Konzernen undurchsichtige Strukturen.

BerlinDie Antikorruption-Organisation Transparency International (TI) gibt Banken und Versicherungen schlechte Noten. Obwohl undurchsichtige Strukturen mit zur jüngsten Finanzkrise beigetragen hätten, gebe es hier noch große Defizite, ergab ein von der Organisation veröffentlichter Vergleich der 105 größten Konzerne der Welt. So kamen die 24 untersuchten Banken und Versicherungen im Schnitt nur auf 4,2 der zehn möglichen Transparenzpunkte.

Die Bekämpfung der Korruption bleibt eine globale Herausforderung für Regierungen und Konzerne. Der diesjährige Transparenzbericht bescheinigt den Konzernen immerhin generell Fortschritte bei der Bekämpfung des Nährbodens von Wirtschaftsstraftaten wie Bestechlichkeit oder illegalen Preisabsprachen.

Der Gewinner des Rankings, der norwegische Ölkonzern Statoil, holte 8,3 Punkte. Statoil veröffentliche wichtige Informationen über seine Antikorruption-Programme, sowie seine Steuerzahlungen und Gewinne. Schlusslicht der Rangliste ist die Bank of China, die auf einen Wert von 1,1 Transparenzpunkten kommt.

Der deutsche Chemiekonzern BASF schaffte es als bestes deutsches Unternehmen auf Platz sieben. Der Ludwigshafener Chemiekonzern erreichte in der zentralen Kategorie "Unternehmensstruktur" den Bestwert von 100 Prozent. Der Versicherungskonzern Allianz landete entgegen der Kritik an den Versicherungen als zweitbestes deutsches Unternehmen auf Rang zehn.

Die meisten der sieben untersuchten Unternehmen mit Sitz in Deutschland wie die Telekom (Platz 29) und der Energiekonzern Eon (30 Platz) rangieren im oberen Mittelfeld der Rangliste.

Wie Konzerne ihre Aktionäre informieren

Gut

Die Bayer AG gibt im Geschäftsbericht 2010 Aktionären eine detaillierte Prognose für 2011: „Für das Gesamtjahr planen wir auf währungs- und portfoliobereinigter Basis einen Umsatzanstieg von vier bis sechs Prozent. Unter den Währungsannahmen, etwa eines Euro-US-Dollar-Kurses von 1,40 (Durchschnitt 2010: 1,32), entspricht dies einem Konzernumsatz von 35-36 Milliarden Euro. Wir planen, das Ebitda vor Sondereinflüssen in Richtung 7,5 Milliarden Euro zu steigern. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwarten wir eine Verbesserung um etwa zehn Prozent. Wir rechnen mit Sonderaufwendungen aus Restrukturierung in der Größenordnung von 0,5 Milliarden Euro.“

Weniger Gut

Im Vergleich zu dem Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern bekommen Investoren von der Deutschen Lufthansa deutlich weniger Informationen an die Hand – der Ausblick des Unternehmens ist sehr vage: „Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir insgesamt eine Fortsetzung des Umsatzwachstums und eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses. ... Die erwartete positive Geschäftsentwicklung wird sich auch im Konzernergebnis und Ergebnis pro Aktie widerspiegeln. Diese sind aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren und Stichtageseffekte jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht näher quantifizierbar.“

Die Unternehmensstruktur ist nach Angaben der Verfasser des Berichts ein zentrales Hemmnis bei der Beurteilung von Konzernen in Bezug auf ihre Steuermoral und mögliche Verflechtungen mit der Politik. "Multinationale Unternehmen bleiben ein zentraler Bestandteil des weltweiten Korruptionsproblems", sagte der geschäftsführende Direktor von Transparency International, Cobus de Swardt. Für die Konzerne sei "die Zeit gekommen, sich aktiv an der Lösung des Problems zu beteiligen", mahnte der Anti-Korruptionsexperte.

Zugleich appellierte die Nichtregierungsorganisation an die Chefetagen der internationalen Großkonzerne, die Lehren aus traumatischen Erfahrungen der Vergangenheit zu ziehen. Als Konsequenz der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 müssten sich mehr Topmanager "entschlossener zur Bekämpfung der Korruption bekennen", forderte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

observer

10.07.2012, 12:00 Uhr

Jetzt wollen die Politiker in Deutschland im Auftrag der Grossbanken sogar das Grundgesetzt zerstören und sie zweifeln die Urteilsfähigkeit der höchsten deutschen Richter an.

Sie meinen, Karlsruhe hat nicht das Recht über den ESM zu urteilen. Auf der anderen Seite meinen die Kläger, der ESM ist zu gefährlich, hat so weitreichende Konsequenzen für die Souveränität Deutschlands, so ein Konstrukt darf nicht in Kraft treten.

KLV-Check

10.07.2012, 12:27 Uhr

Versicherungskunden würden sich auch mehr Transparenz bei deren Finanzprodukten wünschen ;-)

ROE

10.07.2012, 12:28 Uhr

Das ist eine Unterstellung. Beweise liefern oder schweigen Sie@Observer!

Im Uebringen haben Sie das Thema verfehlt. Beobachten Sie das nächtst Mal genauer.

Aber das HB lädt ja auch dazu ein durch permanentes negativ Berichten. Siehe Ueberschrift! Als negativer Ausreisser drückt die Bank of China den Durchschnitt der Banken und Versicherungen.

Was unterscheidet eine internationale Bank/Versicherung in Europa von der zitierten Bank of China? Nun , die Bank of China ist unter Kontrolle des Staates. So weit sind wir in Europa glücklicherweise noch nicht. Obwohl sich gerade im sozialistischen Deutschland manche wünschen. Ich würde es nicht goutieren, wenn der Staat, beispielsweise bei der Finanzierung v Investments, die Kreditvergabe an politische Forderungen knüpfen könnte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×