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03.08.2012

11:29 Uhr

Trotz Eurokrise

Allianz verdient am Vermögen

Europas größter Versicherungskonzern liefert nach dem Gewinneinbruch im Vorjahr ein starkes Zahlenwerk für das zweite Quartal ab. Die Allianz schlägt sich überraschend gut – dank dem Geschäft mit der Vermögensverwaltung.

Fahnen der Allianz in München. dapd

Fahnen der Allianz in München.

MünchenVor ein paar Monaten war Michael Diekmann noch vorsichtig. „2012 könnte ebenso unberechenbar verlaufen wie das Vorjahr“, warnte der Allianz-Chef im Februar. Mit der weiteren Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise hat Diekmann damit Recht behalten. Trotzdem sorgt er jetzt für eine Überraschung: Die Allianz hat sich im zweiten Quartal unerwartet gut geschlagen.

Der operative Gewinn stieg um knapp drei Prozent auf 2,36 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben 1,32 (Vorjahr 1,07) Milliarden hängen, wie der nach Börsenwert größte Versicherer Europas am Freitag in München mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Überschuss von 1,19 Milliarden Euro gerechnet.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Der Nettogewinn stieg sogar um 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte die Allianz ihr Engagement in griechische Staatsanleihen abgeschrieben, was das Ergebnis damals um 326 Millionen Euro belastete.
Beim Umsatz verzeichnete die Allianz Gruppe mit 25,2 Milliarden Euro ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 24,6 Milliarden Euro. „Unser operatives Geschäft ist stabil und bleibt auf Kurs“, sagte Konzernchef Michael Diekmann. Er bekräftigte zugleich das Ziel, im Gesamtjahr 2012 operativ 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro verdienen zu wollen.
Die Anleger reagieren erfreut und greifen bei den Papieren im frühen Handel zu – sie stiegen um 1,3 Prozent und waren damit einer der größten Gewinner im Dax. „Auf den ersten Blick hat Allianz ein starkes Zahlenwerk abgeliefert“, schrieb DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel in einem Kommentar.

Getragen wurde das Umsatzwachstum und das operative Ergebnis von der Vermögensverwaltung. Der Provisionsüberschuss lag mit 1,5 Milliarden Euro für das zweite Quartal um 15,2 Prozent über dem Ergebnis von 1,3 Milliarden Euro im Vergleichsquartal 2011. Nur die Vermögensverwaltung zeige eine wirklich gute Leistung, kritisierte der Analyst Fabrizio Croce von Kepler Capital Markets. „Alle Versicherungsbereiche sind ziemlich enttäuschend.“
Zwar verzeichnete die Allianz auch in der Lebensversicherung deutlich steigende Gewinne, trotzdem bleibt dieses Kerngeschäftsfeld der Allianz ein Sorgenkind: Die Beitragseinnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung gingen leicht zurück und lagen bei 12,9 Milliarden Euro nach 13 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Die Allianz ist die bessere Bank

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Immerhin ist der starke Rückgang aus dem Vorjahr gestoppt. Im Gesamtjahr 2011 waren die Prämieneinnahmen in dieser Sparte im Vergleich zu 2010 sogar um über sieben Prozent auf 52,9 Milliarden Euro zurückgegangen.
Doch vor allem der Absatz von anlageorientierten Produkten ging weiter zurück: Deren Beiträge sanken auf 7,1 Milliarden Euro gegenüber 7,4 Milliarden Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Allianz sieht das als eine Folge des schwierigen Kapitalmarktumfeldes.

Doch es gibt auch positive Entwicklungen: Die Beitragseinnahmen für traditionelle Lebensversicherungsprodukte stiegen um 0,2 Milliarden auf 5,8 Milliarden Euro. Und überraschend steigerte der Konzern vor allem in den schuldengeplagten Ländern Spanien in Italien die Umsätze.

Kommentare (3)

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LegalerBetrug

03.08.2012, 07:59 Uhr

Hurra, die Allianz bekommt eine Umsatzrendite von 7,7 bis 8,7% hin.
Wie passt das zu diesem HB-Artikel?
http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/allianz-vorstand-im-interview-wir-rechnen-mit-einer-mittleren-lebenserwartung-von-102-jahren/6939572.html

Ein Schelm, der böses dabei denkt...

EinSchelm

03.08.2012, 09:43 Uhr

KLV-Check hat mir die Augen geöffnet. Seither bin ich auch Versicherungsaktionär, denn da sind meine Beiträge besser angelegt 8))

Account gelöscht!

03.08.2012, 12:22 Uhr

Die Arroganz, wer gut manipulieren kann, ist klar im Vorteil.
Wenn der elende Euro hier kollabiert demnächst ist es auch mit der Arroganz aus....
Alles schon verzockt, nur NOCH nicht offiziell.....

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