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08.08.2014

13:49 Uhr

Trotz Flaute beim Vermögensverwalter

Allianz lässt sich von Pimco nicht bremsen

Die Allianz hat im zweiten Quartal ihren Nettogewinn überraschend stark gesteigert: Grund für den Sprung um elf Prozent war vor allem das Unfallgeschäft – trotz schwächelnder Vermögensverwaltung.

Die Allianz peilt im Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro an. dpa

Die Allianz peilt im Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro an.

FrankfurtDie Allianz steuert in diesem Jahr trotz der Formschwäche ihrer Vermögensverwaltung auf einen Rekordgewinn zu. Ein operatives Ergebnis von 10,5 Milliarden Euro sei in Reichweite, sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Freitag. Das wäre das obere Ende der ausgegebenen Spanne. Im zweiten Quartal legte Europas größter Versicherer einen überraschend deutlichen Gewinnsprung hin. Dabei half, dass es relativ wenig Naturkatastrophen gab.

Sorgenkind bleibt die auf Anleihen spezialisierte US-Fondstochter Pimco, die abermals 20 Milliarden Euro an Kundengeldern verlor. Damit summieren sich die Abflüsse seit Mitte 2013 auf über 100 Milliarden. Die Allianz macht nun Druck auf die Mannschaft des einstigen „Bondkönigs“ Bill Gross, dass die Fonds in der Performance wieder aufholen. „Wir mögen Pimco und diese Erfolgsstory wollen wir auch fortschreiben“, betonte Diekmann.

Der Versicherungsriese hat sich für 2014 ein operatives Ergebnis von 9,5 bis 10,5 (2013: 10) Milliarden Euro vorgenommen. Nach den ersten sechs Monaten stehen bereits 5,5 Milliarden zu Buche. Allein im abgelaufenen Quartal zog das Ergebnis um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro an. Der Nettogewinn kletterte um elf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Die größten Versicherer Europas (nach Beitragseinnahmen)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2012: 21,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 10,1 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 22,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 8

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 26,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 11,8 Prozent

Platz 7

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 26,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 12,6 Prozent

Platz 6

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 28 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 5

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 36,8 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 24,9 Prozent

Platz 4

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2012: 39,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 16,2 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2012: 69,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 0,7 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 72 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 4 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 84,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 5 Prozent

Manchen Analysten erscheint die Jahresplanung der Allianz daher konservativer denn je. „Auch die obere Marke werden sie reißen“, schrieb Peter Eliot von Berenberg in einer Kurzstudie. Die Allianz-Aktie zog um ein Prozent an und zählte damit bis zum Mittag zu den wenigen Gewinnern im Dax, der wegen Sorgen vor einer Eskalation der Irak-Krise deutlich abrutschte.

Diekmann, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft, sprach in einer Telefonkonferenz gut gelaunt von „sehr, sehr schönen“ Halbjahreszahlen. Vieles deutet darauf hin, dass er auch nach seinem 60. Geburtstag noch ein bisschen weitermacht, bevor er die Allianz an einen jüngeren Nachfolger übergibt. „Lust habe ich immer“, antwortete er auf die Frage, ob er sich dies vorstellen könne. Auch etliche Großinvestoren gehen inzwischen davon aus.

Ein Schatten auf der Bilanz bleibt Pimco. Einst war das von Gross gegründete Haus im kalifornischen Newport Beach das Maß aller Dinge an den Märkten. Doch in der Niedrigzinsphase verließ den Meister, der sich zu Jahresbeginn auch noch mit seinem langjährigen Kompagnon Mohamed El-Erian überwarf, das Gespür für lukrative Investments. Der von Gross persönlich gemanagte Flaggschifffonds Total Return hinkt nun schon seit Monaten den meisten Konkurrenzprodukten hinterher.

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