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29.09.2011

15:14 Uhr

Übernahme

Allianz steigt in Bietergefecht um HBSC-Versicherungssparte ein

Die Allianz soll an der Versicherungssparte der Großbank HSBC interessiert sein. Damit ist der deutsche Versicherer nicht allein. Die Sparte der HSBC ist heiß begehrt.

Aufnahme des Eingangsschildes des Allianz-Hauptgebaeudes in München. ap

Aufnahme des Eingangsschildes des Allianz-Hauptgebaeudes in München.

Hongkong/MünchenEs könnte einer der größten Deals in der Versicherungsbranche werden: Zum Verkauf steht Insidern zufolge das Sachversicherungsgeschäft der britischen Großbank HSBC . Zu den Interessenten gehören auch Europas Marktführer Allianz , Axa und Generali , wie mehrere mit der Situation vertraute Personen Reuters am Donnerstag sagten. Zudem seien die Versicherer QBE aus Australien, Chinas PICC und die Tokio Marine Holdings potenzielle Bieter. Alle Beteiligten lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Transaktion könnte ein Volumen von einer Milliarde Dollar übersteigen. HSBC, Europas größte Bank mit einer traditionell starken Präsenz in Asien, hat den Angaben zufolge bereits erste Verkaufsinformationen verschickt. Die Offerten der ersten Runde würden bis Mitte Oktober erwartet. Beobachter schließen einen Bieterwettbewerb nicht aus, was den Preis nach oben treiben könnte. Die HSBC-Investmentbank organisiert die Transaktion selbst.

Die Finanzkrise hat viele Großbanken hart getroffen. So ist auch HSBC seit längerem auf Sparkurs. Die Kosten sollen um 3,5 Milliarden Dollar sinken. Dazu will sich die Bank von Geschäften trennen, die nicht mehr zum Kerngeschäft gerechnet werden. Dazu gehören fast 500 Filialen in den USA, Privatkundengeschäft in Polen und Russland und Schaden- und Unfallversicherungen.

Diese Versicherungssparte ist in Singapur, Hongkong, einigen südamerikanischen Ländern und Frankreich aktiv. Der Großbritannien-Teil wurde bereits abgestoßen. Das Sachversicherungsgeschäft hat 2010 rund eine Milliarde Dollar vor Steuern verdient. Wesentlich größer ist allerdings das Lebensversicherungsgeschäft, das nicht mit zum Verkauf steht. Es war bei den Beitragseinnahmen vergangenes Jahr die treibende Kraft hinter dem deutlichen Wachstum.

Einem Bericht der „South China Morning Post“ zufolge wurde auch Kontakt mit den Versicherern Prudential aus Großbritannien und Zurich aus der Schweiz sowie zahlreichen kleineren Anbietern aufgenommen. Prudential und Generali werden aber nicht als heiße Kandidaten angesehen. Insider sagten Reuters, die entscheidende Frage sei, wer alle Teilbereiche kaufen wolle, schließlich beabsichtige HSBC nicht, auf bestimmten Aktivitäten sitzenzubleiben.

Übernahmen sind momentan selten in der Branche. Europas Branchenprimus Allianz würde zwar gerne zukaufen, traut sich aber schon seit Jahren nicht recht. Zwar steht Vorstandschef Michael Diekmann zufolge theoretisch pro Jahr eine Milliarde Euro für Akquisitionen zur Verfügung. Der Konzern wolle aber zunächst die konkrete Ausgestaltung der neuen Kapitalregeln, Solvency II genannt, abwarten und sich nicht groß engagieren, sagte Diekmann zuletzt.

Von

rtr

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