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11.10.2014

11:49 Uhr

Übernahme

Die Allianz vermietet jetzt auch Lokomotiven

Eine Tochter von Europas größtem Versicherer, der Allianz, steigt gemeinsam mit weiteren Unternehmen bei einer britischen Eisenbahn-Leasingfirma ein. Der Kaufpreis beträgt mehrere Milliarden Euro.

Eine Allianz-Tochter steigt bei der britischen Leasinggesellschaft Porterbrook Rail Finance ein. dpa

Eine Allianz-Tochter steigt bei der britischen Leasinggesellschaft Porterbrook Rail Finance ein.

Frankfurt am MainEuropas größter Versicherungskonzern Allianz geht unter die Vermieter von Lokomotiven und Eisenbahnwaggons.

Die Tochter Allianz Capital Partners (ACP) übernimmt zusammen mit dem australischen Vermögensverwalter Hastings, Alberta Investment Management (AIMCo) und der französischen EDF Invest die britische Eisenbahn-Leasinggesellschaft Porterbrook Rail Finance, wie die Käufer in der Nacht zum Samstag mitteilten. Porterbrook gehören nach eigenen Angaben 5900 Zugteile, rund ein Drittel aller Personen-, Güterwaggons und Loks, die in Großbritannien unterwegs sind.

Die Vorstandsvorsitzenden der Allianz

Vorstandsvorsitzende

Die Allianz hatte bisher neun Vorstandsvorsitzende. Die meisten amtierten mehr als zehn Jahre.

1890–1904

Carl von Thieme (1844–1924)

1904–1921

Paul von der Nahmer (1858-1921), er trat 1894 in den Allianz-Vorstand ein und stieg 1904 zum alleinigen Vorstandsvorsitzenden auf.

1921–1933

Kurt Schmitt (1886–1950)

1933–1948

Hans Heß (1881–1957)

1948–1961

Hans Goudefroy (1900–1961)

1962–1971

Alfred Haase (1903-1972)

1971–1991

Wolfgang Schieren (1927–1996)

1991–2003

Henning Schulte-Noelle (geboren 1942)

seit 2003

Michael Diekmann (geboren 1954)

Der Kaufpreis liegt nach einem früheren Zeitungsbericht bei umgerechnet bis zu 2,5 Milliarden Euro. ACP trägt davon ein Drittel. Die Allianz äußerte sich dazu nicht. Um Porterbrook hatte unter anderem auch der australische Infrastruktur-Investor Macquarie gebuhlt, wie die „Sunday Times“ im September berichtet hatte.

Bisher gehörte Porterbrook einem Konsortium, an dem die Deutsche Bank und die Fonds OPTrust, iCON Infrastructure und Antin Infrastructure beteiligt waren.

Versicherer suchen derzeit wegen der niedrigen Zinsen auf Staats- und Unternehmensanleihen händeringend nach langfristigen Investitionsmöglichkeiten, die stabile Erlöse versprechen.

Der Einstieg bei Porterbrook passt in die neue Strategie von ACP. Sie hatte sich vom klassischen Private-Equity-Geschäft nach einigen Misserfolgen verabschiedet. Sie konzentriert sich nun auf Infrastruktur-Investitionen und beteiligt sich an Dachfonds.

ACP hat bisher 5,1 Milliarden Euro in Infrastruktur und Erneuerbare Energien investiert, darunter zwei Gasnetze und die Parkuhren in der US-Metropole Chicago. Insgesamt verwaltete ACP Ende Juni 10,1 Milliarden Euro.

Von

rtr

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