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16.02.2011

19:02 Uhr

Übertriebene Provisionen

Private Krankenversicherer gespalten

VonThomas Schmitt

Die 47 privaten Krankenversicherer lassen sich beim Streit um übertriebene Provisionen von der Politik treiben. In ihren Reaktionen auf einen Gesetzesvorstoß der Union zeigten sich die Unternehmen tief gespalten.

Zentrale der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in Köln. Quelle: dpa

Zentrale der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in Köln.

FrankfurtEindeutig begrüßt wurde die Initiative zur Begrenzung der Provisionen für Vermittler nur von kostenbewussten Unternehmen, die wie Debeka oder SDK ohnehin weitgehend auf den Verkauf über freie Vermittler verzichten. Auch Marktführer DKV, eine Ergo-Tochter, freut sich, dass nun Abwerbungen innerhalb der Privaten Krankenversicherung (PKV) weniger werden könnten. Die Allianz verwies dagegen auf Anfrage bloß auf eine Stellungnahme des PKV-Verbandes, der sich wegen unterschiedlicher Auffassungen seiner Mitglieder nur halbherzig äußerte.

Nach dem Willen der Unions-Politiker Karin Maag und Jens Spahn sollen PKV-Vermittler künftig höchstens zwölf Monatsbeiträge als Provision erhalten, statt bisher bis zu 18. Zudem soll die Zahlung durch die Anbieter – wie in der Lebensversicherung – auf fünf Jahre gestreckt werden. Wenn Kunden künftig also schnell kündigen, verliert der Vermittler einen Teil seiner Provision.

Die DKV finde es richtig, dass sich die Politik der Abschlusskosten in der PKV-Branche annehme, erklärte die Gesellschaft mit den höchsten Prämieneinnahmen in der Branche. Das Unternehmen stehe dazu, dass die Vermittlung einer Krankenversicherung eine wichtige Beratungsleistung sei, die auch angemessen honoriert werden solle. „Mehrfache Umdeckungen, wie sie im Markt teilweise vorkommen, müssen aber vor allem im Sinne der Kunden begrenzt werden“, hieß es weiter. Allein könne die PKV-Branche das Problem nicht lösen. Daher habe es hierzu bereits im vergangenen Jahr Gespräche mit der Finanzaufsicht BaFin gegeben. Sowohl eine Ausweitung der Stornohaftung als auch eine Begrenzung der Abschlusskosten in der Kalkulationsverordnung wären Meinung der DKV Mittel, um die Probleme zu lösen.

Der Vorstandsvorsitzende der Süddeutschen Krankenversicherung SDK begrüßte es ebenfalls, dass Provisionsexzesse verhindert werden sollen. Eine Selbstverpflichtung der Wettbewerber ziehe er zwar einer gesetzlichen Regelung vor. Das wäre zudem ein Zeichen an die Kunden. „Gleichwohl verstehe ich die Politik, dass sie Fehlentwicklungen nicht einfach hinnehmen kann, sondern zu Gesetzesregelungen greift, die dem entgegenwirken“, lobte Henkel.

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