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02.09.2011

19:07 Uhr

Umfrage

AOK: Ärzte arbeiten zu wenig

Die AOK erhebt schwere Vorwürfe gegen niedergelassene Ärzte: Sie kassieren für die Behandlung von Kassenpatienten zu viel oder arbeiten für das erhaltene Honorar zu wenig. Vor allem Fachärzte würden sich bereichern.

Die Ärzte kommen laut AOK ihrer Arbeitszeit nicht nach. dpa

Die Ärzte kommen laut AOK ihrer Arbeitszeit nicht nach.

JoachimsthalAn unnötig langen Wartezeiten von Kassenpatienten sind nach Darstellung des AOK-Bundesverbandes häufig die Ärzte schuld: Sie arbeiteten zu wenig für das erhaltene Geld, sagte der designierte Verbandsvorsitzende Jürgen Graalmann bei einem Presseseminar in Joachimsthal bei Berlin.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wies den Vorwurf des AOK-Bundesverbandes entschieden zurück. „Seit Jahren erbringen die rund 137.000 niedergelassenen Ärzte wesentlich mehr Leistungen, als sie bezahlt bekommen. Jetzt zu behaupten, die Ärzte arbeiteten zu wenig, ist eine Unverschämtheit“, konterte KBV-Chef Andreas Köhler.

Dagegen sagte Graalmann: „Aktuell bringen die Versicherten rund vier Milliarden Euro mehr für die ärztliche Versorgung auf, als sie real dafür bekommen.“ Vor allem Fachärzte hielten die zugesagte Arbeitszeit von 51 Wochenstunden für die Behandlung von Kassenpatienten nicht ein.

Eine von der AOK in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass Hausärzte rund 47 Stunden in der Woche für ihre Patienten da sind, Fachärzte dagegen nur 39 Stunden. Dennoch bekämen die Mediziner ein Honorar, „das dem mit 51 Stunden kalkulierten Lohn entspricht“, kritisierte Graalmann. Er bezifferte die Minderleistung „auf glatte 23 Prozent“. Honorarkürzungen solle es aber nicht geben.

Er forderte die Kassenärztlichen Vereinigungen auf, den Missstand zu beenden und dafür zu sorgen, dass die Mediziner ihre für die Behandlung von Kassenpatienten zugesagten 51 Wochenstunden auch tatsächlich leisten. Viele der niedergelassenen Mediziner widmeten einen zu großen Teil ihrer Arbeitszeit Privatpatienten und sogenannten Wahl-Leistungen, die Kassenpatienten selber bezahlen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.09.2011, 20:19 Uhr

Jetzt ist die Partei der Besserverdieneden gefragt: Wie wäre es die Einkommen der Ärtze massiv zu erhöhen, so um 50%. Vielleicht werden sie dann angeregt etwas mehr zu arbeiten.

Na wie ist dieser Vorschlag, könnte von der FDP sein.

Und ist genauso intelligent, wie den Ärzten auf dem Land mehr Geld zu geben ohne es in überversorgten Gebieten wieder abzuziehen. Und das, obwohl die Kassenärztliche Vereinigun gviel geld bekommt um sich genau darum zu kümmern.

Das letzte ist kein Witz, die gelben Chaoten haben es gestern in Kraft gesetzt.

lowabras

03.09.2011, 03:02 Uhr

Ich war 15 Jahre lang intensiv mit dem deutschen Krankheistsystem intensiv befasst und kann zu diesem bericht nur ergaenzen. Dass alles was man den Aerzten, den Pharamakonzernen, der Medizintechnik, aber auch den Krankenkassen vorwirft seine absolute Berechtigung hat und immer nur die Spitze der Eisberge ist, die in diesem Meer der Selbstbedienung zum Vorschein kommt. Das ganze System ist so verkommen, dass eine Loesung zur Verbesserung des Systems mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen ist.
Es kann sich niemand, der nicht Insider ist, vorstellen was in diesem Systen vorgeht! Und das Tollste dabei ist, dass die Krankenkassen diese Misswirtschaft Jahrzehntelang gefoerdert haben und erst jetzt ganz vereinzelt einige wenige Misstaende anprangern. Aber sie alle werden sehen, dies ufmuepfigen werden aus den eigenen reihen schnell wieder zurueck gepfiffen und alles verlaeuft im Sande!

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