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21.05.2011

17:58 Uhr

Umfrage

City-BKK-Aus verunsichert die Deutschen

VonThomas Schmitt

Exklusiv 58 Prozent der Deutschen befürchten nach der Pleite der City BKK ein "Kassensterben" in den nächsten Jahren. Beobachter und Vorstände halten die Angst vor einem Kassensterben dagegen für unbegründet.

Firmenschild der City BKK Krankenkasse in Hamburg. Der Pleite der Kasse verunsichert die Versicherten in Deutschland zutief. Quelle: dpa

Firmenschild der City BKK Krankenkasse in Hamburg. Der Pleite der Kasse verunsichert die Versicherten in Deutschland zutief.

Frankfurt

58 Prozent der Deutschen befürchten ein "Kassensterben" in den nächsten Jahren. Dies eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday exklusiv vorliegt. Grund für diese Angst ist die Schließung der Betriebskrankenkasse City BKK und die Anzeige der BKK für Heilberufe, sie könnte am Jahresende womöglich insolvent sein.

Der Fall City BKK hat alle Akteure im Gesundheitswesen tief verunsichert: vom Vorstand bis zum letzten Sachbearbeiter. Dies belegen die zahlreichen Abwimmelaktionen von Kunden der City BKK, die nun eine neue Krankenkasse benötigen. Ablehnungen sind rechtswidrig, passierten aber dennoch, wie auch Recherchen des Handelsblatts ergaben. Die zahlreichen Berichte darüber haben nun die Kunden zusätzlich verunsichert.

Dass die eigene Krankenkasse geschlossen werden könnte, befürchte inzwischen jeder vierte Deutsche, ergabt die Umfrage weiter.

Knapp jeder dritte Deutsche (32 Prozent) achtet schon jetzt auf Warnsignale, die eine Pleite ankündigen könnten. Dazu gehören beispielsweise überdurchschnittliche Zusatzbeiträge oder sich häufende Absagen bei Kostenübernahmen. Die wenigsten Befragten bereiten sich allerdings frühzeitig auf einen Wechsel der Krankenkasse vor. 83 Prozent der Deutschen möchten dies erst planen, wenn es tatsächlich soweit ist.

Beobachter und Vorstände in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) halten die Angst vor einem Kassensterben dagegen für unbegründet. Sie erwarten stattdessen eine Vielzahl von Fusionen. Dadurch könnte die Zahl der Krankenkassen von derzeit gut 150 auf 50 oder weniger Institute sinken. Rund 90 Prozent der 70 Millionen gesetzlich Versicherten sind ohnehin schon bei einer der 20 größten Krankenkassen. Die Schließung der City BKK zum 1. Juli gilt dagegen als Sonderfall, weil die Krankenkasse aufgrund von Altlasten und zahlreichen Managementfehlern nicht mehr als sanierbar galt. Dies betonten sowohl Aufseher als auch zuletzt der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

21.05.2011, 23:09 Uhr

Ich hoffe, das noch weitere 250 Krankenkassen
den Bach runter gehen. Es ist Unsinn 300
Krankenkassen zu finanzieren. Es gibt auch keine
300 Autovermietungen die evtl. die finanzschwachen
am Leben erhalten. Aber beim Gesundheitswesen da
bezahlen das ja die Versicherten. Da sind: mind.300 Vorstände,
Vorsitzender des Vorstandes, Verwaltungsräte,
Geschäftsführer, Bereichsleiter, Hauptabteilungsleiter,
Abteilungsleiter, MA. Grundstücksmieten, Allgemeinkosten
und das ist nur ein kleiner Auszug der Ausgaben, - aber,-
die Versicherten bezahlen das ja alles.
Sollte das Budget nicht ausreichen, werden kurzum die
Beiträge angehoben, die Versicherten bezahlen das ja alles.
Hier sitzen die wahren Sozialschmarotzer die sich von
den Beiträgen der Versicherten die Taschen füllen.
…und ihr wollt noch ärztliche Hilfe im Krankheitsfall ???

Juniorsown

22.05.2011, 00:29 Uhr

Leider greifen sie, wie so viele andere Berichterstatter auch, erst im letzten Absatz das grundsätzliche Problem der derzeitigen Malaise auf.
Viele Krankenkassen sind erst durch die unzureichenden Zuweisungen des Gesundheitsfonds in die Bredoullie gekommen, den Kunden einen Zusatzbeitrag abzuverlangen. Und diese Kassen versichern in der Regel gerade das Klientel, welches in den letzten Jahrzehnten den sozialen Aufstieg und die soziale Absicherung unseres Staates erst geschaffen haben! Der Gesundheitsfond konterkarriert damit das dem System der gesetzlichen Krankenversicherung innewohnende Prinzip der solidarischen Finanzierung!
Oh Politiker hört mein Wehklagen, denn das Wort Gerechtigkeit scheint Euch nicht mehr auf die Fahnen geschrieben zu sein!
Ihr solltet mal einem Renter der einen Zusatzbeitrag zahlen soll, obwohl er während seines Arbeitslebens - also regelmäßig 30 bis 40 Jahre - nur in die Kasse eingezahlt hat, erklären, warum er jetzt, da er alt und krank ist, derjenige sein soll, der aus der Solidargemeinschaft (dem Gesundheitsfond!) nicht mehr ausreichend unterstützt wird! Viel Spaß dabei!

Mit dem Gesundheitsond haben sich einige Politiker, ganz gleich von welcher Partei sie auch sind oder waren, ein Denkmal geschaffen, das niedergerissen gehört. Statim!

"Einermitmagenschmerzen"

poolliter

22.05.2011, 07:34 Uhr

Eine solidarische (Pflicht-)Versicherung kann nur nach dem Prinzip funktionieren: Alle zahlen ein! Schwarz/Gelb ist jedoch der Meinung, dass die Leistungsfähigsten Spitzenverdiener und Beamte das nicht sollen.
Wer hat solche Politiker gewählt und hat das immer noch vor?

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