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06.05.2014

04:36 Uhr

US-Versicherer

Schäden drücken den Gewinn von AIG

Kosten für Katastrophen und individuelle Schadensfälle belasten den US-Versicherer AIG. Der Gewinn schrumpft zum Jahresauftakt. Doch AIG-Chef Benmosche ist trotzdem guter Dinge.

Hohe Katastrophen-Kosten: Der Gewinn des US-Versicherers AIG schrumpfte im ersten Quartal. Reuters

Hohe Katastrophen-Kosten: Der Gewinn des US-Versicherers AIG schrumpfte im ersten Quartal.

New YorkDer US-Versicherer AIG muss höhere Schäden verdauen. Unter anderem wegen der Kosten für Katastrophen und individuelle Schadensfälle schrumpfte der Gewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,2 Milliarden auf 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Montag in New York mitteilte. Die Aktie fiel nachbörslich um zwei Prozent.

AIG hatte in der Finanzkrise traurige Berühmtheit erlangt. Fehlspekulationen auf dem US-Häusermarkt hatten den Allianz-Rivalen an den Rand des Ruins gebracht. Der Staat sprang mit einem Rettungspaket über 182 Milliarden Dollar ein. Es war die teuerste Rettungsaktion jener Zeit.

Das Milliardengrab AIG

2007:

Vor der Krise war AIG Ende 2007 mit einer Marktkapitalisierung von rund 125 Milliarden Dollar der größte Versicherer der Welt. Zum Vergleich: Die Allianz-Gruppe hatte zur gleichen Zeit einen Marktwert von 85 Milliarden Dollar, die Axa-Gruppe von 70 Milliarden Dollar. Mit über 100.000 Mitarbeitern und Vermögenswerten im Wert von mehr als 1 Billion US-Dollar schien AIG nahezu unantastbar.    

2008:

Für das 4. Quartal 2007 muss AIG als Folge der Subprime-Krise rund 11 Milliarden  Dollar auf das Kreditversicherungsportfolio abschreiben. Der Versicherer fährt einen Quartalsverlust von 5,3 Milliarden Dollar ein.

14. September 2008:

AIG bittet die US-amerikanische Notenbank Fed um einen Überbrückungskredit von rund 40 Milliarden Dollar, um die sonst drohende Abstufung des AIG-Ratings zu verhindern.

16. September 2008:

Die Fed gewährt dem Konzern einen Kredit von 85 Milliarden US-Dollar. Im Gegenzug übernimmt der Staat fast 80 Prozent der AIG-Anteile.

9. Oktober 2008:

AIG bekommt weitere Rettungsgelder vom US-Staat im Wert von 37,8 Milliarden Dollar. Als Sicherheit erhält die Fed festverzinsliche Anleihen im gleichen Wert.

Dezember 2008:

Der Verkauf profitabler AIG-Teile geht voran. Am 22. Dezember 2008 kauft beispielsweise die Münchener Rück den Spezialversicherer HSB Group, einen der Marktführer bei Versicherungen gegen den Ausfall von Maschinen oder technischen Anlagen.

März 2009:

Der Versicherer meldet mit minus 61,7 Milliarden Dollar den größten Quartalsverlust eines amerikanischen Unternehmens aller Zeiten. Wieder muss der Staat ran: Diesmal gibt es bis zu 30 Milliarden Dollar, dafür bekommt der Staat Anteile an lukrativen Unternehmenssparten von AIG. Im Gesamtjahr habe sich das Minus sogar auf 99,3 Milliarden Dollar belaufen.

Juli 2009:

Der Spiegel bezeichnet AIG als „Die gefährlichste Firma der Welt“ und veröffentlichte eine Titelgeschichte darüber, „Wie der amerikanische Versicherungskonzern AIG die Banken ins Risiko und die Finanzwelt fast in den Kollaps trieb“. 

März 2011:

Die amerikanischen Steuerzahler mussten mit 182 Milliarden Dollar einspringen - die teuerste Rettungsaktion in der Finanzkrise. Im November hatte das Finanzministerium das ausstehende Investment des Staates auf 120,6 Milliarden Dollar beziffert. Neben dem Ministerium hatte auch die US-Notenbank dem Versicherungskonzern unter die Arme gegriffen.

Die Schulden beim Steuerzahler sind aber mittlerweile beglichen und AIG schreibt nach der Rückbesinnung auf das klassische Versicherungsgeschäft wieder Gewinne. AIG habe große Fortschritte bei der Neuaufstellung gemacht, erklärte Konzernchef Robert Benmosche. Derzeit durchläuft das Unternehmen einen Sanierungskurs.

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