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09.03.2018

12:55 Uhr

Allianz: Chef Oliver Bäte verdient weniger picture alliance / SvenSimon

Allianz-Chef Oliver Bäte

Die Naturkatastrophen des Jahres 2017 sind schuld daran, dass der Allianz-Aufsichtsrat seinem Vorstandsvorsitzenden weniger an Gesamtvergütung zustand.

Vergütungsbericht

Allianz-Chef Oliver Bäte muss Verdienstrückgang hinnehmen

VonChristian Schnell

Der Versicherungskonzern verdiente 2017 mehr als elf Milliarden Euro. Warum die Vergütung des Vorstandschefs dennoch geringer ausfiel.

MünchenVom Gehalt eines Bill McDermott war Allianz-Boss Oliver Bäte schon immer weit entfernt. Der SAP-Chef verdiente im vergangenen Jahr knapp 22 Millionen Euro, auch dank hoher Bonuszahlungen für frühere Jahre. Bäte musste sich schon immer mit weniger als einem Drittel davon zufrieden geben. Am Freitag wurde nun bekannt, dass er im vergangenen Jahr sogar weniger verdient hat als ein Jahr davor.

5,93 Millionen Euro hat sich der 53-Jährige im abgelaufenen Jahr an fixen und variablen Gehaltsbestandteilen sowie an Versorgungsaufwand erarbeitet, ein Jahr vorher waren es mit 6,2 Millionen Euro noch rund fünf Prozent mehr. Das geht aus dem Geschäftsbericht des Versicherers hervor, der am Freitagvormittag veröffentlicht wurde.

In der Gesamtsumme enthalten sind jedoch auch Bestandteile , die erst in den kommenden Jahren zur Auszahlung kommen. Direkt an Bäte überwiesen wurden mit 4,98 Millionen Euro allerdings mehr als ein Jahr davor. Da waren es 4,59 Millionen Euro. Der Vergütungsbericht der Allianz nennt diesen Posten „Zufluss“.

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Wie mittlerweile bei nahezu allen Dax-Gesellschaften üblich, setzt sich auch bei der Allianz die Vorstandsvergütung aus vier Hauptkomponenten zusammen. Dazu zählt die Grundvergütung plus Nebenleistungen, die im vergangenen Jahr zusammen um sparsame 2.000 Euro auf insgesamt 1,16 Millionen Euro anwuchs.

Hinzu kommen ein jährlicher Bonus, der Jahresanteil eines mittelfristigen Bonus sowie eine aktienbasierte Vergütung.

Dass Bäte diesmal unter der Marke von sechs Millionen Euro blieb, lag an diesen drei variablen Bestandteilen. Jeweils 1,38 Millionen Euro flossen diesmal, ein Jahr davor waren es jeweils noch 1,47 Millionen Euro.

Allianz begründete dies relativ einfach: Die Ziele für das abgelaufene Jahr wurden zwar übertroffen, aber nicht so spektakulär wie noch ein Jahr davor.

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Speziell die Naturkatastrophen im Spätsommer und Herbst vergangenen Jahres in verschiedenen Teilen der Erde waren der Grund, dass der Allianz-Aufsichtsrat seinem Vorstandsvorsitzenden diesmal gut 270.000 Euro weniger an Gesamtvergütung zustand.

Der hatte trotz der teuren Sturmschäden vor wenigen Wochen einen leichten Ergebnisanstieg um 0,4 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro verkünden können.

Bei ihren Vergütungsregeln beruft sich die Allianz auf die Bestimmungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, die im Einzelnen bei der Berechnung der genauen Gesamtsumme angewandt werden. „Mit der variablen Vergütung (jährlicher Bonus, mittelfristiger Bonus und aktienbasierte Vergütung) soll Leistung belohnt werden“, heißt es dazu im Vergütungsbericht des Versicherers. Die variable Vergütung könne sogar auf null sinken, werden Ziele nicht erreicht.

Oliver Bäte kommt somit ein weiteres Mal nicht an den Verdienst seines Vorgängers Michael Diekmann zu dessen besten Zeiten heran. 6,62 Millionen Euro und damit ein Viertel mehr als im Vorjahr hatte dieser 2012 verdient. Damals navigierte er den Versicherer ohne allzu große Blessuren durch die wilden Zeiten der Finanzkrise gebracht. Weshalb vor allem Dankbarkeit und kaum Neid auf diese Summe aufkamen.

Dass es auch in diesem Jahr bei der Allianz keine Gehaltsexzesse wie in anderen Konzernen geben wird, erscheint schon jetzt sicher. Die Ziele, die der Vorstand jüngst für 2018 ausgegeben hat, klingen wie immer zurückhaltend.

Das Ergebnis des Jahres 2017 von 11,1 Milliarden Euro wird auch diesmal wieder angestrebt, in einer Spanne von 500 Millionen Euro nach oben wie nach unten. Und natürlich vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse.

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