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10.07.2017

12:02 Uhr

Versicherer

Allianz will 300 IT-Mitarbeiter abfinden

Der Versicherer verfolgt einen harten Sparplan. Fast jeder siebte IT-Mitarbeiter in Deutschland muss gehen. Mit dem eingesparten Geld will die Allianz unter anderem ihren Konzernumbau finanzieren.

Zuletzt hatte der Versicherer angekündigt, in Deutschland in dreieinhalb Jahren 700 Arbeitsplätze im Bereich „Schaden/Betrieb“ zu streichen. dpa

Stellenabbau bei der Allianz

Zuletzt hatte der Versicherer angekündigt, in Deutschland in dreieinhalb Jahren 700 Arbeitsplätze im Bereich „Schaden/Betrieb“ zu streichen.

MünchenDer Stellenabbau bei der Allianz geht weiter. In der IT-Sparte Allianz Technology sollen 300 der rund 2000 Mitarbeiter in Deutschland gehen, wie ein Sprecher am Montag bestätigte. Der Münchener Versicherer bietet ihnen laut einem Reuters vorliegenden Aufruf im Intranet ein Abfindungsprogramm an. „Obwohl wir mit dem Smart Prices & Costs Programm erhebliche Kostenreduzierungen realisieren konnten, liegen wir noch deutlich hinter den Anforderungen, die ein interner Anbieter erfüllen muss, um konkurrenzfähig gegenüber Anbietern am Markt zu sein“, heißt es dort. Die Mitarbeiter haben bis Ende Oktober Zeit, die Abfindungen anzunehmen.

Allianz Technology beschäftigt weltweit etwa 8000 Menschen, unter anderem in Indien und Rumänien und Thailand. Dort seien vorerst keine Streichungen geplant, sagte der Allianz-Sprecher. Mitarbeiter berichteten, die Manager hätten zuletzt versucht, Tätigkeiten von Deutschland an diese Niedriglohn-Standorte zu verlagern. Im Intranet heißt es: „Es gibt in mehreren Ländern ähnliche Kostenstrukturen, die alle untersucht werden.“

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Die Allianz bündelt Standorte und baut in den kommenden drei Jahren 700 Stellen ab. Die Kürzungen sind eine Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung der Branche. Doch die Strategie von Konzernchef Bäte ist umstritten.

Die Allianz will sparen, um Geld für den Umbau des Konzerns freizuschaufeln. Ein konzernweites Stellenabbauprogramm gibt es allerdings nicht. Zuletzt hatte der Versicherer angekündigt, in Deutschland in dreieinhalb Jahren 700 Arbeitsplätze im Bereich „Schaden/Betrieb“ zu streichen. Sie fallen der Digitalisierung und Automatisierung zum Opfer, weil immer mehr Tätigkeiten, etwa bei der Bearbeitung von Schadenmeldungen, ohne menschliches Zutun erledigt werden. Durch Altersteilzeit-Regelungen fallen weitere 500 Jobs in dem Bereich weg. Die Industrieversicherungs-Sparte AGCS hatte im Frühjahr den Abbau von 500 Stellen angekündigt. Das ist dort jeder zehnte Arbeitsplatz.

Die Folgen der Digitalisierung sind auch ein Kernthema bei den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die Branche. Die Gewerkschaft Verdi hat für Montag Beschäftigte in Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Karlsruhe, München, Nürnberg und Mannheim zum Streik aufgerufen. Mehr als 3000 nahmen laut Verdi an Demonstrationen teil oder blieben zu Hause. Schon am Freitag hatten allein in Stuttgart mehr als 1000 Mitarbeiter gestreikt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

10.07.2017, 12:56 Uhr

Dass die Allianz 300 IT-Mitarbeiter feuern will, ist nicht gerade eine Sensation. Aber die 300 Leute sind hochqualfizierte Fachkräfte, die die deutsche Wirtschaft angeblich händeringend sucht. Kann man diese überall hochgeschätzten Spezialisten nicht gegen hohes Entgelt an seine Industriekunden vermitteln? Oder ist die Story von dem existenzbefrohenden Fachkräftemangel wieder einer jener platten Lügen?

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