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04.06.2012

13:28 Uhr

Versicherer holt Frauen

Petra Roth rückt in den Axa-Aufsichtsrat auf

Im Aufsichtsrat der deutschen Axa steigt der Frauenanteil deutlich. Der prominenteste Neuzugang ist die scheidende Frankfurter Oberbürgermeisterin. Der Gewinn des Versicherers ist 2011 eingebrochen.

Die scheidende Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Petra Roth, wird Mitglied im Aufsichtsrat des Versicherers Axa. ap

Die scheidende Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Petra Roth, wird Mitglied im Aufsichtsrat des Versicherers Axa.

KölnDer französische Versicherer Axa hat eine prominente deutsche Politikerin für sich gewonnen. Die langjährige Oberbürgermeisterin von Frankfurt, Petra Roth, sei Anfang Mai auf Anteilseignerseite in den Aufsichtsrat der deutschen Axa Konzern AG berufen worden, teilte der Versicherungskonzern mit. Ende Juni scheidet Roth aus dem Amt der Oberbürgermeisterin aus.

Die Frauenquote im Aufsichtsrat der AXA Konzern AG steigt jedoch noch wesentlich deutlicher. In der der Holdinggesellschaft des AXA Konzerns kontrollieren künftig zwei weitere Frauen das Management. Neben Petra Roth wird Christiane Kölsch-Bisanzio die Anteilseigner vertreten. Die Managerin ist Head of Human Resources der AXA Region Northern, Central and Eastern Europe. Die beiden Frauen sind für den Versicherungsmanager Leonhard Fischer und den Ex-Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz neu in den Aufsichtsrat bestellt worden. Nach den Neuwahlen werden auch die Posten der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat neu besetzt. Hans Nasshoven und Andrea Wolf rücken für bisherigen Mitglieder Uwe Beckmann und Peter Freyaldenhoven in den Aufsichtsrat.

Die neuen Aufseher überwachen den Versicherungskonzern in schwierigen Zeiten: Der Gewinn von Axa Deutschland ist 2011 vor allem wegen Abschreibungen auf Griechenland-Papiere um ein Drittel eingebrochen. Das Konzernergebnis sank von 413 Millionen Euro im Vorjahr auf 273 Millionen Euro, wie die Axa Konzern AG in Köln mitteilte. Maßgeblich dafür waren den Angaben zufolge Abschreibungen auf den Aktien- und Rentenbestand aufgrund der angespannten Lage auf den internationalen Kapitalmärkten.
Insgesamt ging das Kapitalanlageergebnis um 15,5 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro zurück. Griechenland-Marktwerte schlugen dabei mit 260 Millionen Euro zu Buche. Für das laufende Jahr seien hieraus aber keine weiteren Auswirkungen mehr zu erwarten, sagte Finanzvorstand Patrick Dahmen.
Das operative Ergebnis kletterte um 9,5 Prozent auf 401 Millionen Euro. Auch die Brutto-Beitragseinnahmen stiegen, und zwar um 2,4 Prozent auf 10,63 Milliarden Euro. Zuwächse gab es bei der Kranken- sowie der Schaden- und Unfallversicherung. Neuabschlüsse und Beitragssteigerungen hätten zu der Steigerung beigetragen. Im Jahr 2012 will der neue Vorstandschef Thomas Buberl das operative Ergebnis halten. Die Beitragseinnahmen legten im ersten Quartal um 2,7 Prozent zu.
Die geplante Streichung von rund 1600 Stellen bis 2015 solle sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, bekräftigte der Vorstand. 2011 seien 200 der zuvor 9700 Stellen abgebaut worden. Die deutsche Tochter des französischen Axa-Konzerns muss im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms bis 2015 insgesamt 328 Millionen Euro einsparen.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.



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