Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2012

13:07 Uhr

Versicherer

Machtwechsel bei Generali

Europas drittgrößter Versicherer feuert seinen Vorstandchef. Generali-Chef Giovanni Perissinotto muss gehen. Die Großaktionäre werfen ihm die schlechte Performance an der Börse vor. Der Nachfolger steht schon fest.

Die Assicurazioni Generali bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Mario Greco. dpa

Die Assicurazioni Generali bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Mario Greco.

MailandJetzt ist es besiegelt: Am Samstag haben zehn von 16 anwesenden Mitgliedern dem Vorstandsvorsitzenden von Assicurazioni Generali, Giovanni Perissinotto, das Vertrauen entzogen. Der Zürich Manager Mario Greco wird Nachfolger. Offizieller Grund für den Wechsel war der schwache Aktienkurs und die geringen Margen von Generali.

Perissinotto verlässt damit nach elf Jahren an der Spitze des drittgrößten europäischen Versicherer. Zu den Hauptakteuren hinter dem Abgang von Perissinotto gehören Mediobanca - mit 13,2 Prozent der größte Aktionär des Versicherers – und der Gründer und Besitzer des weltgrößten Brillenherstellers Luxottica, Leonardo Del Vecchio. Der Milliardär, der drei Prozent an Generali hält, hatte bereits im April als erster öffentlich den Rücktritt Perissinottos gefordert. Der Vorstandsvorsitzende sei „bereits seit einiger Zeit ungeeignet, Generali zu führen“ ließ Del Vecchio erneut kurz vor der Abstimmung wissen.

Unterstützung erhielt Perissinotto dagegen von Diego Della Valle, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden des Edelschuh-Herstellers Tod's. Er war so verärgert über die Abstimmung, dass er von seinem Posten im Verwaltungsrat zurücktreten wird. „Was auch passiert, die Glaubwürdigkeit unseres Landes auf den internationalen Märkten hat nicht gewonnen“, kommentierte er das Votum, als er am Samstag den Mailänder Sitz von Generali verließ.

Offiziell ging es den Gegnern des derzeitigen Managements um den schwachen Aktienkurs, der seit Jahresbeginn fast ein Drittel an Wert verloren hat. Das liegt allerdings auch daran, dass Generali als italienischer Versicherer mit 50 Milliarden Euro stark in italienische Staatstitel investiert hat und damit in der Schuldenkrise ein hohes Länderrisiko trägt.

Perissinotto selbst sieht sich als Opfer inneritalienischer Machtspiele. Er ist überzeugt, dass er mit seiner Haltung in dem Übernahmekampf um den angeschlagenen Versicherer Fondiaria Sai den Großaktionär Mediobanca verärgert hat. Mediobanca, die selbst einer der größten Gläubiger von Fondiaria Sai ist, hat sich als Berater für eine Fusion des Versicherers mit dem Konkurrenten Unipol stark gemacht. Perissinotto dagegen hat Zweifel an dem Sinn dieser Fusion geäußert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×